Unsere Stimmen

Unsere Stimmen

Partizipation von Geflüchteten in der öffentlichen Diskussion

„Unsere Stimmen zählen auch! Viel zu oft wird über, statt mit Geflüchteten gesprochen oder entschieden“.

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Nächste Kurse / Veranstaltungen

Dienstag, 3. November 2020: Hearing „Schule/Bildung für Geflüchtete“, Zürich

Sonntag, 15. November 2020: 6. Weiterbildung von „Junge Stimmen“ zum Thema „Wohnen und Unterkunft: Rechte und Pflichten“, Aarau

Neue Ausschreibung: Arbeitsintegrationsbrücke

Wir bieten eine unabhängige Schlichtungs- und Beratungsstelle bei Konflikten und Missverständnisse in der Arbeitsintegration an. Ein Team von mehrsprachigen Brückenbauer*innen steht bereit, um klärende Schlichtungsgespräche zu begleiten.

Für unsere Pilotphase bieten wir unentgeltlich pro Fall bis zu 5 Stunden Begleitung an.

Bei Interesse können Sie sich gerne unter office@ncbi.ch oder wahab.mohammad@ncbi.ch melden.

Flyer: Deutsch, Arabisch, Kurdisch, Farsi, Tigrinya

Neuigkeiten / Informationen

"Unsere Stimmen" in den Medien

Das Projekt "Unsere Stimmen"

„Unsere Stimmen“ ist als Partizipationsprojekt von NCBI Schweiz 2019 in Zürich entstanden. Es wird nun auch in anderen Regionen lokal umgesetzt und hat zum Ziel, dass Migrant*innen und geflüchtete Menschen verstärkt ihre Stimme in die Diskussion einbringen, um die Inklusion zu fördern. Lokal werden partizipativ Themen ausgewählt; zu diesen Themen finden Weiterbildungen statt, in denen die Teilnehmenden Empfehlungen zu diesen Themen erarbeiten. Diese Empfehlungen werden weiterentwickelt und im Rahmen von verschiedenen Anlässen sowie an selbst organisierten Hearings an die Öffentlichkeit und zu Entscheidungstragenden gebracht.

Die teilnehmenden Geflüchteten von „Unsere Stimmen Zürich“ wohnen hauptsächlich im Kanton Zürich und stammen aus den drei aktuell wichtigsten Fluchtländern für die Schweiz: Syrien, Eritrea und Afghanistan. Die vier ausgewählten Themen sind

  • Arbeitsintegration
  • Abgewiesene Asylsuchende
  • Schule/Bildung
  • Sozialhilfe

Im Januar 2020 startete ein zusätzliches Projekt für junge Geflüchtete (bis 30-jährig) unter dem Namen „Junge Stimmen“, das in verschiedenen deutschsprachigen Kantonen durchgeführt wird. Im Juni 2020 startete die erste Weiterbildung im Kanton Zug für „Unsere Stimmen Kanton Zug/Schwyz“.

Hintergrund

Migrierte im Allgemeinen und insbesondere Geflüchtete nehmen wenig am gesellschaftlichen Diskurs teil, auch wenn sie besonders stark als Objekt (und selten als Subjekt) darin präsent sind. Es wird über sie (und nur sehr selten mit ihnen) diskutiert und entschieden. Die NCBI-Brückenbauer*innen haben beratend und begleitend viele Landsleute im Umgang mit Behörden, Schulen, Vermietenden u.a. unterstützt. Sie haben mehr als tausend Landsleute in Kursen über das Leben in der Schweiz informiert und ihre Geschichten und Integrationserlebnisse gehört. Sie wissen viel darüber, wo der Schuh drückt und welche Missverständnisse und Missstände die Integration und Inklusion behindern.
Es ist Zeit, diesen Erfahrungsschatz in Empfehlungen, Hearings, weiteren Anlässen und im Dialog zu nutzen. Lokal werden engagierte Geflüchtete angesprochen, weitergebildet und vorbereitet, um konstruktiv und öffentlichkeitswirksam ihre Stimmen zu erheben und zu sensibilisieren. Deshalb hat NCBI Schweiz 2019 das neue Projekt „Unsere Stimmen“ lanciert.

In den Jahren 2019-22 wird das Projekt NCBI in Kooperation in ausgewählten Kantonen weitere regionale Weiterbildungs- und Planungstage durchführen; diese dienen dazu, dass die lokal engagierten Geflüchteten ihre Empfehlungen zu den von ihnen ausgewählten Themen formulieren können.

Im Moment sind die folgenden lokalen Projekt aktiv
Unsere Stimmen Zürich
Unsere Stimmen Biel
Junge Stimmen

Weiterbildungen

In jedem Kanton, in dem „Unsere Stimmen“ ein Projekt durchführt (bisher Zürich, jetzt Zug/Schwyz & „Junge Stimmen“, bald Biel/Bienne) starten die Weiterbildungen mit einem ersten Treffen, an dem es ein Kennenlernen, die Abstimmung über gewählte Themen und  eine Arbeitsgruppen-Bildung gibt. Danach finden die Weiterbildungen pro Thema mit Fachpersonen statt, um Fragen zu klären und danach Empfehlungen zu formulieren. Weiter finden Sitzungen und Gespräche mit Entscheidungstragenden und anderen Expert*innen statt, um die formulierten Empfehlungen zu besprechen und sich auf ein Hearing zum jeweiligen Thema vorzubereiten.

Hearings

Diese Veranstaltung wird als thematische Netzwerk- und Dialogveranstaltung mit kommunalen und kantonalen Stellen sowie anderen für sie wichtigen Instanzen (Asylbetreuung, Arbeitsintegrationsprojekten usw.) verstanden. Die Empfehlungen können von den Geflüchteten auch an Tagungen, thematischen Runden Tischen, etc. eingebracht werden. Angestrebt wird, dass die konstruktiven und kompetenten Empfehlungen der Direktbetroffenen stärker in die Diskussion eingehen und ihre Stimmen zunehmend gehört werden.

Das erste Hearing zum Thema Arbeitsintegration für Geflüchtete fand am Donnerstag, 12.12.2019 statt.

Das zweite Hearing zum Thema „Abgewiesene Asylsuchende“ fand am Montag, 10.02.2020 statt. Ein wichtiger und spannender Abend mit fast 200 Personen im Publikum! Hierzu gibt es einen Bericht und ein zusammenfassendes Video. Die zwei weiteren Hearings werden aufgrund der Covid-19-Pandemie ab Oktober 2020 durchgeführt.

Die Teilnehmenden in den verschiedenen Themengruppen bereiten sich durch Interviews, Auswahl der Erzählenden und auf die Präsentation der Erfahrungen und Empfehlungen vor. Auch bei der Organisation des Hearings sind viele davon beteiligt.

Am Hearing präsentieren Geflüchtete  konkrete Empfehlungen zur Verbesserung der Integration  und untermauern diese anhand von ihren eigenen positiven und negativen Erfahrungen, die sie erzählen. Die gesamte Veranstaltung ist alleine durch Geflüchtete moderiert. Anwesend ist ein Podium, bestehend aus Politik, Verwaltung und Entscheidungstragende, die entsprechend auf Erzählungen und Forderungen reagieren. Weiter ist das Zivilpublikum eingeladen, damit die Geflüchteten vor vielen Hörenden ihre Stimme erheben können.

Empfehlungen

Während den Weiterbildungen und durch weitere Sitzungen und Gesprächen mit Fachpersonen haben die Teilnehmenden Empfehlungen für die von ihnen gewählten Themen erarbeitet, die zur Verbesserungen der Integration führen sollen. Diese werden dann an den Hearings vorgestellt.

Folgend die Empfehlungen:

Es ist unsere Hoffnung, dass viele Engagierte, Betroffene und Entscheidungstragende dann einen Teil dieser Empfehlungen in ihren Tätigkeiten weitertragen können.

Gerne nehmen wir auch Ihre Vorschläge entgegen, wer sonst für die Hearings eingeladen werden soll oder an welchen Anlässen „Unsere Stimmen“ präsentieren könnte oder sonst wie wir mit unserem Projekt im Kanton Zürich und sonst in der Deutschschweiz weiter fortfahren können. Die Kontaktdaten finden Sie weiter unten.

Präsentationen der Empfehlungen und Partizipation von "Unsere Stimmen" an Tagungen/Weiterbildungen

  • „Eritreerinnen und Eritreer: Integration oder Instrumentalisierung“, Bern, 6. Juni 2019, mit Vertretung von SEM
  •  „Geflüchtete – Bildung Integration und Emanzipation“, Tagung VPOD und sosf, Bern, 7. September 2019
  • „Von der Schule zum Beruf – Berufsfindung in Zeiten von Migration“, Tagung FHNW, Olten, 26. Oktober 2019
  •  „Asylentscheid negativ! Perspektive Eritrea?“, Anlass Eritreischer Medienbund, Zürich, 28. Oktober 2019
  •  „Unterstützungsmöglichkeiten in der Berufslehre“, Fachaustausch Futuri, Zürich, 18. November 2019
  • Präsentation „Unsere Stimmen“ bei Solinetz, Zürich, 5. Dezember 2019

Weitere sind in Vorbereitung.

Team und Kontakt

Vertretung des Koordinationsteams „Unsere Stimmen“: Samson Kidane, Absera Tewelde, Rahim Mohammadzadeh, Abdelwahab Mohammed, Nejirvan Hussein, Yavar Rassuli, Jinstan Ahmad, Daniel Ocbe

Projektkoordinatorinnen: Jasmin Beurer, jasmin.beurer@ncbi.ch; Haben Kflemaryam, haben.kflemaryam@ncbi.ch

Geschäftsleitung: Ron Halbright, ron.halbright@ncbi.ch