Brücke der Erfahrungen

NCBI Schweiz hat unter dem Titel „Brücke der Erfahrungen: Migration, Integration und Rassismus“ im Jahr 2017 ein neues interkulturelles und intergenerationelles Begegnungsprojekt entwickelt. Ziel ist es, lokal vor Ort eine Gruppe von Jugendlichen und eine Gruppe Senior_innen zusammenzubringen, die sich im Rahmen von moderierten Begegnungen kennen lernen. So werden Beziehungen zwischen den Generationen aufzubauen, um Gemeinsamkeiten und vielleicht auch überraschende Unterschiede herauszuarbeiten. Damit wird das gegenseitige Verständnis gefördert und gegenseitige Vorurteile abgebaut werden. Ausserdem leistet das Projekt einen Beitrag gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus leisten.

Viele Menschen haben ausserhalb ihrer Familie kaum Kontakt zu Menschen aus anderen Generationen – insbesondere zwischen Jugendlichen und Senior_innen gibt es oft kaum Beziehungen ausserhalb der eigenen Familie. So können gegenseitig Vorurteile ein Gefühl von Distanz und Fremdheit entstehen. Insbesondere rund um die Themen Migration, Fremdenfeindlichkeit, Respekt und Heimat kommt es immer wieder zu gegenseitigen Vorbehalten und Vorwürfen, die aber zu oft nur vom Hörensagen her kommen.
So wird von Seiten von älteren Menschen manchmal beklagt, dass die jüngere Generation weniger Respekt habe als früher; die Welt verändert sich schnell und diese Entwicklung wird mit Migration und der zunehmenden Vielfalt der Schweiz in Verbindung gemacht – ob zurecht oder zu Unrecht.
Auf der anderen Seite werden die Erfahrungen der älteren Generation von Jugendlichen manchmal belächelt und nicht ernst genommen; und gerade beim Thema Migration wird oft darauf verwiesen, dass ältere Menschen grössere Vorbehalte und mehr Vorurteile gegenüber Zugewanderten hätten.

Im Projekt „Brücke der Erfahrungen: Migration, Integration und Rassismus“ geht es nun darum, dass im Rahmen von moderierten Begegnungen lokal Beziehungen zwischen den Generationen aufgebaut und Erfahrungen und Geschichten über Migration (Integration, Verlust von Heimat sowie Diskriminierungserfahrungen) zwischen den beteiligten Personen ausgetauscht werden. Dabei können die oben geschilderten Vorbehalte in einem sicheren Rahmen betrachtet und hinterfragt, im besten Fall sogar korrigiert werden. Vorurteile und Fremdheit werden abgebaut, Nähe und Gemeinsamkeiten werden sichtbar.

Diese begleitete Begegnung findet an drei halbtägigen Workshops statt. Ziel dieser Workshops ist es, dass die Beteiligten miteinander ins Gespräch kommen, Vertrauen aufbauen und gemeinsame Aktivitäten durchführen. Basierend auf ihren Erlebnissen und Geschichten über Migration, Rassismus und Heimat entwickeln die Projektteilnehmenden in kleinen, intergenerationellen Gruppen gemeinsam kurze Videobotschaften zum Thema Rassismus. Der Fokus in diesem Austausch liegt auf der Suche nach Gemeinsamkeiten, nach Verbindendem und nach überraschenden Unterschieden. Die entstandenen Videobotschaften werden nachbearbeitet; daraus erwächst mit der Zeit eine Sammlung von Video-Botschaften und filmischen (Kurz)Dokumentationen solcher Begegnungen, die anschliessend im Rahmen von Veranstaltungen, Ausstellungen, über Sozial Medien und auf einer Website gezeigt werden können.

Wir suchen lokal Gruppen von Jugendlichen und von Senior_innen, die Lust und Interesse haben, sich an diesem intergenerationellen und antirassistischen Projekt mit dem folgenden Ablauf zu beteiligen:

  • Kontaktaufnahme und Auftragsklärung:
    Es findet eine erste Sitzung statt zwischen der Projektleitung von NCBI und den verantwortlichen Personen aus den zwei beteiligten Institutionen, um den Auftrag zu klären und eine verbindliche Vereinbarung abzuschliessen.
  • Erste moderierte Begegnung:
    In einem halbtägigen, vom intergenerationellen NCBI-Projektteam geleiteten Workshop lernen sich die Beteiligten kennen. Der Beziehungs- und Vertrauensaufbau der Jugendlichen und Senior_innen steht bei diesem ersten Treffen im Vordergrund.
  • Zweite moderierte Begegnung:
    Der Fokus des zweiten Workshops liegt dabei auf dem Thema „Vorurteile abbauen: Generationen, Migration und Rassismus“. Während dieses Halbtags werden intergenerationelle Kleingruppen gebildet. Diese erhalten kleine Aufträge für Aktivitäten, die sie selbstständig bis zum dritten halbtägigen Workshop gemeinsam umsetzen und zu einer Filmidee inkl. thematischer Videobotschaft (z.B. zum Thema Rassismus oder für die Integration) synthetisieren.
    NCBI bereitet eine Liste von möglichen Aktivitäten vor, aus denen die Kleingruppen eine Auswahl treffen können. Jede intergenerationelle Gruppe soll mindestens eine Aktivität umsetzen.

Mögliche gemeinsame Aktivitäten:
– gemeinsamer Kino-, Theater- oder Ausstellungsbesuch (thematischer Bezug zum Thema Migration)
– gegenseitige Hilfestellung/Austausch: z.B. Smartphone erklären oder Hausaufgabenhilfe
– gegenseitiges Kochen von traditionellen Gerichten aus dem jeweiligen Herkunftsland
– gemeinsamer Besuch bei religiösen oder kulturellen Veranstaltungen

  • Dritte und abschliessende moderierte Begegnung:
    In einer Abschlussveranstaltung kommen die Projektbeteiligten wieder zusammen; alle Kleingruppen berichten von den umgesetzten Aktivitäten. Die Zusammenarbeit wird diskutiert und ausgewertet. Die Videobotschaften werden präzisiert und gefilmt.
  • Abschlusssitzung und Projektevaluation:

In einer Abschlusssitzung wird mit den lokalen Verantwortlichen der Jugendlichen sowie der Senior_innen der Pilotdurchgang evaluiert.

 

Für die Videobotschaften ist ein unabhängiges Filmteam, bestehend aus jungen Filmstudenten und pensionierten Filmemachern zuständig. Sie begleiten das Projekt und schneiden aus dem gefilmten Material mehrere Kurzfilme zusammen, welche die lokalen Begegnung und die Aktivitäten zwischen den Jugendlichen und den Senior_innen dokumentieren und die gemachten Erfahrungen festhalten. Diese Kurzfilme werden auf der Projektwebsite veröffentlicht und können optional in einer Abschlussveranstaltung für Freunde und Familien gezeigt werden.

 

Die Teilnahme am Projekt ist für die Institutionen kostenlos. Der Umfang Ihrer Mitarbeit besteht darin

  • eine Gruppe von Jugendlichen oder von Senior_innen zusammenzubringen, die am Projekt „Brücke der Erfahrungen: Migration, Integration und Rassismus“ teilnehmen möchten.
  • Sie stehen uns als Ansprechperson zur Verfügung, die mit uns die Vereinbarung abschliesst und zum Schluss gemeinsam mit NCBI die Evaluation durchführt.
  • Sie sind je nach Möglichkeit an den drei halbtägigen Workshops anwesend ist.
  • Sie unterstützen und begleiten die Senior_innen resp. die Jugendlichen bei Bedarf bei der Umsetzung der Aktivitäten und der Erarbeitung der Botschaften für die Video-Statements.

Die Durchführung des Projektes sollte über einen Zeitraum von ca. drei Monaten stattfinden. Somit finden der erste und zweite halbtägige Workshop mit einem Abstand von ca. zwei Wochen statt. Zwischen dem zweiten und dritten Workshop sollten vier bis sechs Wochen liegen, da die intergenerationellen Kleingruppen in dieser Zeit selbstständig Aktivitäten durchführen werden.

 

Filme zum Projekt:

 

 

 

 

Kontakt:

Für Rückfragen zum Projekt „Brücke der Erfahrungen“ können Sie sich wenden an: