Swissblacks – Abbau des anti-schwarzen Rassismus in der Schweiz

Ausgangslage

Ob offen oder latent, Rassismus findet tagtäglich statt. Das spürbar wachsende Ressentiment gegen Schwarze in der Schweiz hat nun NCBI dazu veranlasst, den anti-schwarzen Rassismus zum Jahresthema 2007/08 zu wählen. Ziel ist es, ein Bewusstsein für die unterschiedlichen Rassismusformen zu schaffen und damit einen Beitrag zu dessen Abbau beizutragen.


„Neben wem sitzen Sie lieber im Zug?“

Ziel dieses Projekts ist es, Chancen und Herausforderungen von gemischten Freundschaften zwischen „weissen“ und „schwarzen“ Jugendlichen zu thematisieren. Wir sehen diese Freundschaften als ein wichtiges Signal gegen Rassismus. Die Kolleg/innen beweisen, dass Menschen trotz des gesellschaftlichen Rassismus zueinander stehen und ein positives Zusammenleben gestalten können. Durch das Projekt kann diese Solidarität als Beitrag gegen Rassismus öffentlich ausgedrückt werden.

Am 15. November 2007 lancierte NCBI Schweiz zusammen mit zahlreichen Partnerorganisationen einen Wettbewerb, in dem wir Schweizer Jugendliche fragten: Bist du afrikanischer Herkunft und deine Freund/innen oder Kolleg/innen nicht? Oder umgekehrt? Wenn ja: „Was erlebt ihr in eurer gemischten Freundschaft?“

Die Jugendlichen brachten ihre Erfahrungen mit einem Portrait und einer provokativen Aussage zum Ausdruck. Die 20 besten Eingaben, von einer Jury gewählt, wurden anschliessend an professionellen Fotoshootings umgesetzt, als Plakate produziert und breit ausgestellt. Die Plakate können nach wie vor online angeschaut werden. Die Vernissage der Plakate fand am 28./29. Mai 2008 in Bern statt.

Seither werden die Plakate an möglichst vielen Orten ausgestellt – vielleicht auch an Ihrer Schule, Ihrem Jugendtreff oder an Ihrer Veranstaltung? Melden Sie sich bei uns, falls Sie Interesse haben.

Die Plakate können ausserdem kostenlos (freiwillig können Sie auch einen Betrag für die Druck- und Portokosten spenden) bei NCBI bestellt werden.

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zur Ausschreibung für Interessierte Ausstellungsorte (502 kB)
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Artikel zu diesem Projekt


Das Projekt wurde unterstützt von


Aktion „Swissblacks“ zum internationalen Tag gegen Rassismus – 21. März 2007 in Zürich, Bern, Zug, Aarau, St. Gallen, Genf…

Es gibt sie in hellbraun, weiss, durchsichtig oder bunt, aber nicht in dunkelbraun. Gemeint sind Wundpflaster. Diese Tatsache hat NCBI für den Internationalen Tag gegen Rassimus als Anlass genommen, dunkelbraune und hellbraune Pflaster mit der Aufschrift „Rassismus verletzt“ oder „Le racisme fait mal“ zu produzieren und zu verteilen (siehe Foto).

Helle und dunkle Pflaster

Damit sollte eine Reflexion über den Umgang mit Hautfarbe und deren Auswirkungen beispielsweise in der Schule, bei der Wohnungs- und Arbeitssuche, im Bus oder Zug, auf der Strasse, am Arbeitsplatz in Gang gesetzt werden. Mit der bewussten Wahl von dunkel- und hellbraunen Wundpflastern sprachen wir alle an: Diejenigen, welche durch Rassismus psychisch oder körperlich verletzt werden können wie auch diejenigen, die davon verschont bleiben und die Privilegien der Mehrheitsbevölkerung geniessen.

zum Pressetext (122 kB)

Eine grosse, öffentliche Veranstaltung mit Workshops am Nachmittag und Programm am Abend fand am Mittwoch, dem 13. Juni 2007, in Zürich statt.

zur Ausschreibung (nicht mehr aktuell) mit dem Detailprogramm (67 kB)


Ausstellung „Swissblacks: Schwarze Menschen in der Schweiz – eine sichtbare Realität“

Anlässlich des Internationalen Menschenrechtstags am 10. Dezember 2007 hat die Asylbrücke Zug, NCBI Zentralschweiz und andere Partnerorganisationen eine Fotoausstellung lanciert, die die Realität der „Swissblacks“, also der schwarzen Menschen in der Schweiz, in der ganzen Breite aufzeigt.

Dazu wurde in Zug ein Rahmenprogramm mit einem Filmabend, Begleitveranstaltungen und Schulworkshops organisiert. In der Ausstellung waren 20 Porträts mit 20 verschiedenen Gesichtern und 20 verschiedenen Botschaften zu sehen – mit einem gemeinsamen Appell: zu mehr Respekt und zu mehr Mut für ein gleichberechtigtes Zusammenleben.

zu einem ausgewählten Portrait (60 kB)
zur Website der Ausstellung

Die Zuger Ausstellung wurde durch Stadtpräsident Dolfi Müller eröffnet. An der Vernissage sprach der neu gewählte Nationalrat Ricardo Lumengo. Anschliessend zeigte der Verein FilmLiebhaber/innen Zug im Kino Gotthard den Film „Black Deutschland“ von Regisseur Oliver Hardt, der anschliessend mit weiteren geladenen Gästen an deiner Diskussion zum Film teilnahm.

zur Ausschreibung der Vernissage (nicht mehr aktuell) (43 kB)
zu einem Interview mit Nationalrat Lumengo unter dem Titel „Die Leute misstrauen den Schwarzen“ (816 kB), in der Neuen Zuger Zeitung

Stimmen zum Projekt

Nein, ich bin kein Hilfsarbeiter, und ich habe auch nicht ständig kalt im Winter. Die Vorurteile sind im Hirn eingebrannt.

– José Antonio, Storenmonteur, Steuergruppe Swissblacks

Kontakt

Madleina Brunner

Telefon 079 666 42 00 oder E-Mail madleina.brunner(at)ncbi.ch