migrant friendly hospital

Ausgangslage

Auf der Grundlage der Amsterdamer Erlärung lancierte H+, der Schweizer Verband der Spitäler, 2003 mit Unterstützung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) das Programm „migrant friendly hospitals“ (mfh), um die Situation der Patient/innen mit Migrationshintergrund in Spitälern und anderen Gesundheitseinrichtungen zu verbessern. Ein Aspekt von mfh besteht darin, Pilotprojekte in verschiedenen Bereichen zu ermutigen.

zur Amsterdamer Erklärung (518 kB)
zur Website von H+ (Schweizer Verband der Spitäler)<
zur Website des Bundesamts für Gesundheit BAG

NCBI Schweiz entwickelt in Zusammenarbeit mit interessierten Spitälern ein Pilotprojekt zur Qualitätssicherung im Bereich „Migration“. In den USA arbeitet NCBI International mit verschiedenen Spitälern. Jetzt möchte NCBI Schweiz ein für lokale Verhältnisse angepasstes Programm entwickeln und anbieten.


Leitsätze des Konzepts

1. Existierende Ressourcen der MitarbeiterInnen mobilisieren

In jedem Spital gibt es Mitarbeitetende in jeder Berufsgattung und auf jeder Stufe, die besonders begabt und daran interessiert sind, konstruktiv und aktiv mit kultureller Differenz umzugehen. Diese MitarbeiterInnen sind die wichtigste Ressource für ein mfh-Programm zur Qualitätssicherung im interkulturellen Bereich. Wenn diese Ressourcen mobilisiert werden können, wird ein wirksames und effizientes Programm entstehen.

2. Interkulturelle Missverständnisse und Spannung präventiv angehen

Im Alltag im Spital gibt es viele Situationen, in denen kulturelle Werte, Vorurteile und Stereotypen den zwischenmenschlichen Kontakt und deshalb die Qualität der Pflege beeinflussen: Familienbesuch, Zimmereinteilung, Kommunikation (z.B. Augenkontakt, Wortwahl, Stimme, Emotionen), intime Pflege, Geschlechterrollen usw.) Wenn sich Menschen aus verschiedenen Kulturen begegnen – insbesondere in einer emotional geladenen und verletzlichen Situation wie im Umgang mit Krankheit – entstehen Missverständnisse und eskalierende Konflikte, worauf Mitarbeiter/innen im Gesundheitswesen vorbereitet werden sollen: zum Wohl der Patient/innen und ihrer Gesundheit sowie zum Wohl der Mitarbeiter/innen.

3. Ohne grosse Zusatzbelastung

Spitalmanager/innen und -mitarbeiter/innen sind voll belastet. Es braucht ein Konzept ohne grosse Zusatzbelastung, das von der Leitung völlig unterstützt wird und das Qualitätssicherung als Querschnittaufgabe behandelt. Allmählich sollen alle Mitarbeitenden auf diese Themen sensibilisiert werden.

4. Qualitätssicherung und KlientInnenorientierung

Jede Berufsgattung soll erkennen, dass sie eine Rolle im mfh-Programm haben, weil interkulturelle Fertigkeiten zur Qualitätssicherung und zur Klientenorientierung gehören.

5. Interkulturelle Kommunikation als Grundsatz für transkulturelle Pflege

Es bestehen fachliche, ethnisch spezifische Fragen zur transkulturellen Pflege. Wenn Mitarbeiter/innen Kompetenzen der interkulturellen Kommunikation und Konfliktlösung haben, werden sie eher tendieren, zu erkennen wann und wie sie fallspezifische Informationen beziehen sollen.


Artikel zu diesem Programm

Kontakt

Ron Halbright

Telefon 044 721 10 50 oder E-Mail ron.halbright(at)ncbi.ch

NCBI Team mfh: Nathalie Ackermann, Carmelita Boari, Andi Geu, Salman Naqvi, Anna Paula Sardenberg