Ja, nein, vielleicht

2012 konnte mit der Optimus-Studie aufgezeigt werden, dass der Grossteil sexueller Übergriffe, welche Jugendliche erleben, zwischen dem 13. und 16. Lebensjahr geschehen und meist von gleichaltrigen Personen verübt werden.

Angesichts der Tatsache, dass mehr als die Hälfte aller Jugendlichen im Alter bis 16 Jahren Erfahrungen sexueller Gewalt erleben und unter teil massiven Folgen leiden, verfolgt das Projekt «ja, nein, vielleicht» die Prävention sexueller Übergriffe unter Jugendlichen im Alter von 11-18 Jahren.

Das Projekt nimmt gleichzeitig die im Anschluss an die #MeToo-Debatte entstandene Diskussion rund um Einvernehmlichkeit und Zustimmung auf. Es behandelt die Frage, was «consent» im Kontext von jugendlicher Selbstfindung und Erfahrung – der Angst und Lust, neue Erfahrungen zu machen – bedeutet und unterstützt die Jugendlichen im Wahrnehmen und respektieren eigener und fremder Grenzen und Bedürfnisse.

Inhalt:

Ausgehend von der These, dass übergriffiges Verhalten in jugendlichen Paarbeziehungen stark von traditionellen, wenig reflektierten Geschlechterrollenbildern – oft durch Medien (Filme, Musik-Videos usw.) vermittelt – gefördert wird, legt das Projekt „ja, nein, vielleicht“ seinen Hauptfokus auf diese Thematik.

Mit den Jugendlichen werden dabei partizipativ Geschlechterrollenbilder diskutiert und reflektiert. Die Wahrnehmung von Bedürfnissen und Grenzen sowie Handlungsmöglichkeiten besprochen. Weiterführend geben die Jugendlichen ihre Erkenntnisse aus dem Workshop im Rahmen einer Multiplikation an Kolleginnen und Kollegen weiter und tragen so zu einer respektvollen Kultur im Jugendtreff, in der Schule, im Verein oder in der Freizeit bei.

Ein Projekt für eine Gruppe von Jugendlichen in einem Verein, einem SEMO, der offenen oder verbandlichen Jugendarbeit oder einer Schulklasse besteht in der Regel aus einem eintägigen Kick-Off-Workshop sowie einer Nachbearbeitung im Rahmen der Multiplikation in einem Umfang von 8-15 Stunden.

Ausgehend davon, dass wirksame Prävention mit der Aufklärung und Einbindung wichtiger Vertrauenspersonen der Jugendlichen einhergeht, bietet NCBI auch Weiterbildungsmodule für die Fachpersonen in diesen Institutionen an. Möglichkeiten der Intervention und Prävention werden dabei partizipativ besprochen und Unterstützung bei der Implementierung in ein Gesamtprojekt angeboten. Die Inhalte dieser Weiterbildungsmodule basieren auf aktuellen Erkenntnissen der Gewalt- und Präventionsforschung.

Anmeldungen jederzeit möglich!

Interessierte Personen aus der Jugendarbeit, aus SEMO oder aus Schulen können sich jederzeit melden.

Dank der Unterstützung von privaten Stiftungen können die Workshops zu einem geringen Unkostenbeitrag angeboten werden.

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