Voting Brückenbauer*innen Preis 2020

Anlässlich des 25jährigen Bestehens von NCBI Schweiz werden im Sommer 2020 fünfundzwanzig Individuen oder Gruppen in der Schweiz ausgezeichnet, die sich als engagierte Einzelpersonen oder im Rahmen von Projekte in den folgenden Bereichen engagiert haben:

  • Vorurteile abbauen: insbesondere Rassismus, Xenophobie, Muslim- oder Judenfeindlichkeit, Asyl, Gender, Diskriminierungsschutz
  • Gewaltprävention: insbesondere Zivilcourage, Konfliktlösung, Schlichten, das Recht des Kindes auf eine gewaltfreie Erziehung
  • Integration: insbesondere Befähigung und Einsatz von Schlüsselpersonen und Vorbildern mit Migrationshintergrund, Aktualisierung von Ideen zu Schweizer Identitäten.
  • Kinder und Jugendliche, die sich zu den obigen Themen einsetzen – in Gruppen oder als Individuen.

Die Gewinnenden werden öffentlich anerkannt und mit Preisen geehrt. Es stehen 51 topmotivierte und sehr engagierte Personen und Gruppen zur Auswahl – um Ihnen die Wahl ein wenig zu vereinfachen, haben wir von allen Nominierten ein Portrait erstellt.

Jede Person darf hier bis am 21. Juni 2020 für verschiedene 10 Nominierte voten. Lesen Sie die Portraits durch und entscheiden Sie dann, welche 10 Personen oder Gruppen den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis aus Ihrer Sicht am meisten verdienen. Diese können Sie dann ganz unten im Formular auswählen.

ACHTUNG: Jede*r darf nur einmal für 10 Personen voten; es darf nur eine Stimme pro Nomination abgegeben werden.

Damit wir Sie über die Resultate der Wahl informieren und allfällige Rückfragen stellen können, benötigen wir eine gültige Email-Adresse von Ihnen. Diese Email-Adresse wird nur in Zusammenhang mit diesem Voting verwendet.

Viel Spass bei der Qual der Wahl!

1. Adina Rom will das gemeinsame Lernen fördern

Adina Rom engagiert sich durch ihr wissenschaftliches und soziales Engagement für eine gerechtere Welt. An der ETH Zürich leitet sie die Initiative „ETH for Development (ETH4D)“, die darauf abzielt globale Herausforderungen nachhaltig zu lösen und den Austausch mit Forschenden und Studierenden aus dem globalen Süden zu fördern. Ausserdem half sie dabei, ein Netzwerk mit Studierenden in Afrika aufzubauen, das diese bei ihren Bewerbungen für Master- und Doktoratsprogramme unterstützt. Das Netzwerk soll Barrieren für Studierende und Forschende aus Afrika reduzieren und Diversität in der Wissenschaft fördern.

Auf einer angewandten Ebene hilft sie mit ihrer Firma „Policy Analytics“ sozialen Organisationen die Wirkung ihrer Projekte zu verstehen und verbessern.  Somit kreiert das Start-up eine Lernkultur, durch die Fehler und Misserfolge als Chance genutzt werden können.

Als Teil ihres sozialen Engagements organisierte sie jahrelang zusammen mit dem Jom Ijun-Team einen progressiven jüdischen Lerntag, um Brücken auf- und Vorurteile abzubauen. An diesen Lerntagen begegnen sich unterschiedliche Menschen, lernen verschiedene Sichtweisen kennen und schätzen. Sie ist zudem auch NCBI-Workshopleiterin, im Vorstand von SOS MEDITERRANEE, einer Organisation, die seit 2015 über 32,000 Geflüchtete auf dem Mittelmeer retten konnte, und engagiert bei TamTam Afrika, einer wissenschaftlich fundierten NGO, die Malaria in Afrika bekämpft. Somit schlägt sie Brücken zwischen Forschenden und Studierende aus der Schweiz und dem globalen Süden sowie der Forschung und der Praxis.

Für ihr wissenschaftliches und soziales Engagement hat Adina Rom den Brückenbauer*innen Preis 2020 verdient.

Adina Rom, Zürich, Alterskategorie: über 30

2. Amine Diare Conde geht vorurteilsfrei auf Menschen zu

Warum verdient er den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Amine Diare Conde kam als Minderjähriger vor ca. 5 Jahren in die Schweiz, sein Asylgesuch wurde jedoch, als er volljährig geworden war, abgelehnt. Er ist aber weiterhin in der Schweiz und wartet auf die Antwort auf ein Härtefallgesuch. Seither setzt er sich für die Integration und die Bedürfnisse der Migrant*innen ein. Er möchte Menschen, die vom System nicht berücksichtigt werden, unterstützen. Dabei ist das einzig Relevante für ihn die Bedürftigkeit. Amine ist Teil von unterschiedlichsten Organisationen und als Brückenbauer ist er in vielen spannenden Projekten aktiv, unter anderen bei der Autonomen Schule Zürich, Glocal Roots, voCHabular oder beim NCBI-Projekt „Unsere Stimmen“.

Amine Diare Conde hat das Talent, Menschen zusammenzubringen. Seit dem Corona-Lockdown hat er das Nothilfe-Projekt „Essen für alle“ gegründet, bei welchem regelmässig über 1000 Essensportionen und Lebensmittel an Bedürftige verteilt werden, auch in Notunterkünften für abgewiesene Geflüchtete. Amine hat in kurzer Zeit ein grosses Netz von Freiwilligen aufgebaut, die mithelfen, die Lebensmittel zu verteilen. Ohne eine grosse Sache daraus zu machen, hat er von morgens früh bis abends spät einfach gemacht, organisiert, vermittelt, geholfen; und daraus ist eines der wichtigsten und grössten freiwilligen Sozialprojekte in Zürich entstanden, das dort in die Bresche springt, wo Menschen unter der Corona-bedingten Isolation und prekärer Lebenssituation besonders leiden: etwa Sans-Papiers, die nun nicht mehr arbeiten können und deshalb kein Einkommen mehr haben und dadurch in noch prekärere Situationen gekommen sind.

Amine setzt sich – trotz seiner eigenen schwierigen Situation als abgewiesener Asylsuchender – unermüdlich für Schwächere ein. Er hat den Brückenbauer*innen-Preis 2020 verdient, da er sich trotz der Abweisung, die ihm die Schweiz entgegenbringt, für andere einsetzt. Er wird so zu einem Vorbild für uns alle, das bestimmt auch zukünftig noch viele wertvolle Beiträge für unsere Gesellschaft leisten wird.

Amine Diare Conde, Zürich Alterskategorie: unter 30

3. Andreas Nufer: ein Pfarrer setzt sich für benachteiligte Menschen ein

Andreas Nufer wirkt als Pfarrer in der offenen kirche bern und in der Heiliggeistkirchgemeinde Bern. Die offene kirche bern setzt sich für die Menschenrechte und die Würde aller ein, besonders für benachteiligte Menschen. Als Plattform für Austausch und Ort der Begegnung engagiert sie sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen, sozialen und kulturellen Angeboten. Die offene kirche bern übernimmt insgesamt eine Brückenfunktion in der Stadt und Region Bern, indem sie als Verein interreligiös und interkonfessionell arbeitet und auch Randständige ins Zentrum stellt.

Nebst seiner Arbeit als Pfarrer lancierte Andreas Nufer zudem das Festival der Kulturen, welches sich mittlerweile zum fulminanten Start der Anti-Rassismus-Woche der Stadt Bern etabliert hat. Am Festival der Kulturen beteiligen sich Künstler*innen mit und ohne Migrationshintergrund, die sich gemeinsam gegen Rassismus einsetzen.

Ausserdem etablierte Andreas Nufer  International Xmas – eine Weihnachts-Feier, die von Migrant*innen gestaltet wird. Dabei wird das Weihnachtsspiel von Sans-Papiers und Geflüchteten aufgeführt, die alle in ihrer Muttersprache sprechen.

Aktuell koordiniert er die Aktionen „Beim Namen nennen – 38739 Opfer der Festung Europa“, die rund um den Flüchtlingstag in Bern, Basel, Zürich, Luzern und St.Gallen stattfinden werden. Unter anderem werden die Namen aller Menschen laut vorgelesen, die auf ihrer Flucht nach Europa gestorben sind. Es sind 38739 dokumentierte Tote seit 1993. 

Er ist Co-Präsident des Vereins Berner Beratungsstelle für Sans Papiers, der Sans Papiers berät, unterstützt und sich für ihre Rechte einsetzt. Er ist ebenfalls Co-Koordinator des Netzwerkes migrationscharta.ch, das vor allem Theolog*innen aus der ganzen Schweiz vernetzt und die freie Niederlassung für alle propagiert. Dafür gebührt ihm dieser Preis!

Andreas Nufer, Bern, Alterskategorie: über 30

4. Annina Largo macht
dies mit ihrem Verein Sportegration möglich

Geflüchtete und Einheimische machen gemeinsam Sport

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Der Verein Sportegration bietet Flüchtlingen seit 2016 einen Ort,  an dem sie Sport treiben können. Sie erhalten die Möglichkeit sich in einer entspannten Atmosphäre mit anderen Teilnehmer*innen, Trainer*innen und Helfer*innen auszutauschen und soziale Kontakte zu knüpfen. In verschiedenen kostenlosen Trainings lernen die Geflüchteten beim gemeinsamen Schwitzen Einheimische kennen und finden so neue Freunde und wichtige Unterstützung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf verschiedenen sportlichen Aktivitäten, dem Zusammensein verschiedener Kulturen und dem Wohlbefinden sämtlicher Teilnehmer*innen.

 Annina Largo ist eine unglaubliche Organisationskraft mit einem grossen Herz. Sie hat das Sport-Integrationskonzept so weit entwickelt, dass es viele verschiedene körperliche Aktivitäten für Flüchtlinge umfasst, um Körper, Geist und Seele zu unterstützen und auch auf die Bedürfnisse von Frauen und Kindern eingeht. Ihre Arbeit hat viele einheimische Schweizer*innen mit Flüchtlingen aus der ganzen Welt mit der gemeinsamen Liebe zum Sport und zur Bewegung zusammengebracht.

 Annina Largo ist eine wichtige Schlüsselperson, die das Sport-Integrationskonzept vorangebracht hat, indem sie sowohl die finanziellen Kämpfe eines neuen Unternehmens als auch die Stereotypen der Arbeit mit Flüchtlingen überwunden hat. Sie integriert ihre Managementfunktionen nahtlos mit dem persönlichen und alltäglichen Umgang mit Ausbilder*innen und Auszubildenden. Bedrückende Geschichten von Geflüchteten über Probleme in der sozialen Integration, psychologisches Wohlergehen, der Umgang mit Asylentscheiden und Strapazen bei der Stellensuche werden an Annina Largo herangetragen. Annina Largo zeigt besondere Sorgfalt und Sensibilität bei solchen herausfordernden Situationen, hört den Geflüchteten zu und ist für sie da. Für dieses Engagement gebührt Annina Largo diesen Preis!

 

Annina Largo, Founder and CEO of Sportegration, Alterskategorie: über 30

5. Basil Glanzmann berät Täter*innen im gewaltfreien Zusammenleben

Warum verdient er den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Basil Glanzmann ist Geschäftsführer der Fachstelle Gewalt Bern. Seit 2003 berät die Fachstelle gewalttätige Menschen im Kanton Bern. Die Fachstelle Gewalt Bern engagiert sich für eine professionelle und effektive Förderung des gewaltfreien Zusammenlebens und packt das Problem dort an, wo es entsteht – bei den gewalttätigen Menschen. Die Kernaufgaben sind Gewaltberatung, Täter*innenarbeit und Gewaltprävention, die in den drei  Dienstleistungen  Gewaltberatung,  Kurzkontakte  sowie  Sensibilisierung  und  Schulung  angeboten werden.

Basil Glanzmanns Anliegen ist es, dass ein wirksamer Opferschutz die Arbeit mit gewaltausübenden Menschen notwendig macht. Täterarbeit ist Opferschutz und packt das Problem bei der Wurzel an: Ohne Täter gibt es keine Opfer. Glanzmann ist davon überzeugt, dass ein gewalttätiges Verhalten veränderbar ist. Die Fachstelle lehnt zwar die Gewalttat klar ab, jedoch nicht den Menschen, der diese Tat ausübte. Das Übernehmen von Verantwortung für die ausgeübten Gewalttaten ist dabei zentral für eine Verhaltensänderung und den Erfolg der Beratung.

Basil Glanzmanns Engagement ist lobenswert und verdient es mit einem Brückenbauer*innen-Preis geehrt zu werden! 

Basil Glanzmann, Bern, Alterskategorie: ü30

6. Claudia Kaufmann setzt sich ein gegen Rassismus und Diskriminierung

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Seit Herbst 2004 ist Dr. iur. Claudia Kaufmann Ombudsfrau der Stadt Zürich, sie hat dieses Amt noch bis Sommer 2020 inne. In dieser Rolle hat sie sich zu vielen Themen geäussert und sich über lange Zeit für Gerechtigkeit und gegen Diskriminierung eingesetzt. Alle Menschen sollen von der Stadt Zürich gleichberechtigt und diskriminierungsfrei behandelt werden; wenn dies nicht der Fall war, hatten sie in Claudia Kaufmann eine gewichtige Fürsprecherin. 2011 wurde ihr der Fischhof-Preis verliehen für ihren Einsatz gegen Rassismus und gegen Diskriminierung jeglicher Art.

Beispielsweise moderierte Claudia Kaufmann über viele Jahre hinweg den Runden Tisch gegen Rassismus der Stadtpolizei Zürich, um eine bessere Verständigung zwischen der Polizei und der Migrationsbevölkerung zu stärken. Sie hat das Vertrauen aller Seiten in diesem Spannungsfeld gewonnen und konnte massgeblich dazu beitragen, dass der Ruf und die Praxis der Stadtpolizei Zürich verbessert wurde und dass über Racial Profiling zunehmend offen und ehrlich geredet werden kann. Für diesen Einsatz verdient Claudia Kaufmann den Brückenbauer*innen Preis 2020.

Claudia Kaufmann, Zürich, Alterskategorie: über 30

7. Daniela Knecht und ihr Herzensprojekt „Kollektiv Freizeit mit Freunden“

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Daniela Knecht hat sich für ihre Bachelorarbeit im Jahr 2015 mit eigenen Vorurteilen und dem Thema der Empathie auseinandergesetzt und mit Geflüchteten in diversen Projekten zusammengearbeitet. Daraus entstand ihr Herzensprojekt „Kollektiv Freizeit mit Freunden“ (Kollektiv FmF, www.kollektiv-fmf.ch), ein Verein, dessen Präsidentin sie ist. Sie wollte dadurch zu einer Welt ohne Vorurteile, Ungleichheiten und Rassismus beitragen. Das Kollektiv FmF ist eine Plattform, welche mittlerweile rund 150 Menschen, vorwiegend mit Migrationshintergrund, Unterstützung in Alltagsfragen bietet. Zudem ermöglicht das Kollektiv das gegenseitige Kennenlernen, vernetzt und bietet Raum, um ungezwungen Zeit miteinander zu verbringen und sich gegenseitig zu unterstützen. Das Kollektiv informiert über wichtige und kostenlose, lokale Veranstaltungen, macht auf Rechte und Chancen aufmerksam und organisiert verschiedenste Treffen. Darunter sind Lernnachmittage und individuelle Nachhilfestunden, gemeinsame Koch- und Spielabende, Workshops sowie auch Picknicks, Wander- und Schlitteltage – Jede*r kann sich einbringen und Projekte einfliessen lassen. Jede*r sieht ein Stückchen Welt, gemeinsam sehen sie die Ganze. Viele kleinere Austausche finden auch bei Daniela Knecht Zuhause statt. Für dieses vielseitige Engagement hat die Vereinspräsidentin Daniela Knecht den Brückenbauer*innen-Preis verdient.

 

Daniela Knecht, Zürich, Alterskategorie: u30

8. Evelyne Brogle und die Spurgruppe setzen sich für Flüchtlinge ein

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Seit vier Jahren setzt sich eine Spurgruppe von Freiwilligen für die Integration der Flüchtlingsfamilien in der Gemeinde Walkringen im Kanton Bern ein, unter der Leitung von Evelyne Brogle und Sabine Arnold. Sie haben Pionierarbeit geleistet, indem sie ohne professionelle Hilfe ein kluges und tragfähiges Bezugssystem zwischen den Geflüchteten und der übrigen Dorfbevölkerung aufgebaut haben. Dazu gehören drei wichtige Bestandteil: 1. Verlässliches Dranbleiben trotz wechselnder Bezugspersonen; 2. mit Tandems, die den Flüchtlingsfamilien bis heute ein massgeschneidertes Programm sowie Raum für Eigeninitiativen bieten; 3. mit dem Schneeballprinzip, immer neue Menschen zu involvieren und autonome Beziehungen zu fördern. Die grosse Leistung: Durchhalten, von der anfänglichen Willkommenskultur über das Entwickeln von kreativen Lösungen, vom Aktivieren der dörflichen Netzwerke bis zum proaktiven Mitgehen mit Veränderungen. Walkringen gilt als «hartes Pflaster». Die Einwohnergemeinde hält sich zurück. «Nicht unser Auftrag». Zur Spurgruppe gehören: Ursula Röthlisberger, Marianne Metzger, Elisabeth Locher, Barbara Schwab, Silvio Gohl, Elisabeth Riklin, Karin Röthlisberger, Sylvia Leuenberger, Lucienne Jutzi, Sandra Herren, Rosette Schüpbach Peter Raich, Kathrin Schneider, Karin Oezgen. Für diesen beharrlichen Einsatz für die geflüchteten Menschen in Ihrem Dorf verdient Evelyne Brogle stellvertretend für die Spurgruppe den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020.

 

Evelyne Brogle, Bern, Alterskategorie: ü30

9. Fana Asefaw: eine Psychiaterin im Einsatz für eritreische Menschen

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Die Kinder- und Jugendpsychiaterin Dr. Fana Asefaw engagiert sich breit und vielseitig für ein besseres Verständnis zwischen einheimischen und eritreischen Menschen und das über ihre tatsächliche Arbeitszeit hinaus. Sie ist eine der wenigen Fachpersonen in der Schweiz, die mit Eritreer*innen auf Tigrinya über ihre Probleme sprechen kann. Sie hilft vielen Geflüchteten im Alltag, um mit Traumata zurechtzukommen, wie keine zweite Ärztin in der Schweiz und ist darum unverzichtbar. Ihre Vermittlungsarbeit ist breit gefächert: Bei Schulpsycholog*innen und Sozialarbeiter*innen erklärt sie die Hintergründe der Überforderung ihrer Patient*innen. Bei den Eltern leistet sie persönliche Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit, wenn es um konkrete Massnahmen geht. Für Integrationsfachleute ist die warmherzige und kompetente Ärztin eine gefragte Referentin geworden.

Die gebürtige Eritreerin ist in Deutschland aufgewachsen und versteht sich als Weltbürgerin. Sie hat Medizin studiert und an der Berliner Charité ihre Dissertation zum Thema weibliche Genitalbeschneidung geschrieben, wofür sie 2008 den Promotionspreis für Gynäkologie und Psychosomatik der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe (DGPFG) erhielt. Vor zehn Jahren liess sie sich mit ihrer Familie in der Schweiz nieder und arbeitet seither als leitende Ärztin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Ambulatorium der Clienia in Winterthur. Sie ist unter anderem auf transkulturelle Psychiatrie spezialisiert. Zudem leitet sie das Kompetenzzentrum für Migration und Beratung in eigener Praxis, dass vor allem psychische und psychosoziale Gesundheitsprävention für Geflüchtete anbietet. Fana Asefaw ist zunehmend beratend tätig, sei es für soziale Einrichtungen oder Ratsuchende mit Migrationsproblemen, hält Vorträge  – auch in Zusammenarbeit mit NCBI – und engagiert sich im transkulturellen Austausch. Wegen all diesen Leistungen gebührt ihr dieser Preis!

 

Fana Asefaw, Zürich, Alterskategorie: ü30 , Foto: Der Landbote, Marc Dahinden

10. Frida Tapia
fördert die Begegnungen und Verständigung zwischen den Kulturen im Fricktal

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Frida Tapia hat von 2016 bis 2019 das Projekt «mit.dabei-Fricktal» geleitet, heute arbeitet sie als Fachverantwortliche Integration bei der Integrationsfachstelle «mit.dabei-Fricktal» sie hat seither vieles in Gang gesetzt.

Das Projekt «mit.dabei-Fricktal» wurde 2012 im Rahmen des Bundesprogramms «Periurban – Zusammenleben im  ländlichen Raum» lanciert. Es förderte durch gezielte Information und Vernetzung die Mitwirkung aller Bevölkerungsgruppen am öffentlichen Leben. Gemeinsam mit Schlüsselpersonen und anderen Akteuren wurden viele Massnahmen für die Integration entwickelt. Das Projekt förderte die Begegnung zwischen den Kulturen und einen konstruktiven Austausch der Akteur*innen und der bestehenden Angebote für ein besseres Zusammenleben. Nach erfolgreichem Projektabschluss ist «mit.dabei-Fricktal» seit Januar 2020 eine regionale Integrationsfachstelle für insgesamt 21 Gemeinden.

Spezielles Augenmerk gilt dem breiten Netzwerk an Schlüsselpersonen, das «mit.dabei-Fricktal» 2016 aufbaute. Schlüsselpersonen sind Migrant*innen, die ihren Integrationsweg in der Schweiz seit längerem bestreiten. Ihnen kommt in der Integrationsförderung eine wichtige Brückenfunktion zu. Sie kennen die lokale Kultur, die Sprache und die Lebensgewohnheiten der Schweiz, aber auch den kulturellen Hintergrund und die Sprache von Migrant*innen und ihren Herkunftsländern. Dadurch können sie eine wichtige Übermittlungsfunktion einnehmen. Die Schlüsselpersonen im Fricktal sind sehr oft eingesetzt, um die jeweilige Sprach- und Kulturgruppe anzusprechen und Migrant*innen beim Integrationsprozess zu unterstützen.

Frida Tapia hat Soziologie in Peru studiert und war dort als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektleiterin im Bereich Entwicklungszusammenarbeit tätig. In der Schweiz hat sie sich als Fachperson für Integration weitergebildet und beim Kompetenzzentrum Integration der Stadt Bern gearbeitet, bis sie 2016 bei „mit.dabei Fricktal“ begann. Zudem engagiert sie sich seit 2011 ehrenamtlich für Projekte für Strassenkinder. Für all ihre Engagements gebührt ihr dieser Preis!

Frida Tapia, Aargau, Alterskategorie: über 30

11. Gabriela Walser erleichtert Jugendlichen den Sprung in die Arbeitswelt

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Gabriela Walser ist die Geschäftsführerin beim Verein LIFT mit dem Integrations- und Präventionsprogramm LIFT an der Nahtstelle zwischen der Volksschule und der Berufsbildung. Das Jugendprojekt LIFT bereitet Jugendliche mit erschwerter Ausgangslage, aus bildungsfernen oder sozial benachteiligten Familien sowie Jugendlichen mit akademischen Schwierigkeiten auf den Berufseinstieg vor. Jugendliche von der 7. bis 9. Klasse  bekommen die Möglichkeit, jede Woche in der unterrichtsfreien Zeit zwei bis drei Stunden in einem Gewerbebetrieb leichte Arbeiten zu verrichten, um ihre Selbst- und Sozialkompetenzen zu verbessern. Die Einsätze an Wochenarbeitsplätzen in den lokalen Betrieben erfolgen auf freiwilliger Basis. Die Jugendlichen werden durch die zuständigen Lehrpersonen nach LIFT-Kriterien ausgewählt und durch Fachpersonen der Schule gut auf ihre Einsätze in den Betrieben vorbereitet und begleitet. LIFT ermöglicht dadurch den Jugendlichen einen ersten Eindruck der Arbeitswelt zu erhalten und verbessert so ihre beruflichen Aussichten.

Das Jugendprojekt LIFT wurde 2006 von Prof. Dr. Mario von Cranach dem Gründer des Vereins Netzwerk für sozialverantwortliche Wirtschaft NSW-RSE initiiert. 2015 erfolgte die Überführung von LIFT in einen eigenen Verein. LIFT setzt früher als fast alle anderen Jugend-Arbeitsintegrationsprojekte an und wirkt deshalb präventiv gegen eine anbahnende Jugendarbeitslosigkeit. Gabriela Walser setzt sich seit 2006 mit viel Engagement, Verhandlungsgeschick und Erfahrung für LIFT ein und hält die Finanzen der Organisation gut im Lot. Gabriela Walser hat mit ihrem Team ein enormes Wachstum erreicht. Ein Projekt, das vor rund zehn Jahren erst an 17 Schulen durchgeführt wurde, kommt mittlerweile an über 300 Schulen (Stand Mai 2020: 304 Schulen) schweizweit in allen drei Sprachregionen in den Einsatz. Dadurch können jährlich über 2500 Schüler*innen von LIFT profitieren. Gabriela Walser und ihr Team von LIFT haben für ihr Engagement die Brückenbauer*innen-Ehrung redlich verdient!

Gabriela Walser, Bern, Alterskategorie: über 30

12. Gerda Hauck und ihr Engagement im Integrationsbereich

 Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

 Seit 1981 sind die Themen rund um Geflüchtete und Integration ein wichtiger Bestandteil im Leben von Gerda Hauck. Sie arbeitete als Freiwillige, als Caritas Mitarbeiterin, als Integrationsbeauftragte der Stadt Bern und als Präsidentin des Hauses der Religionen. Von 2002 bis 2014 hat sie den langen und spannenden Prozess des “Hauses der Religionen – Dialog der Kulturen “ in Bern von der Idee bis zur Realisierung miterlebt und mit einer starken Vision vom friedlichen Miteinander verschiedener Religionen und Kulturen mitgestaltet. Zehn Jahre lang, von 2007 bis 2017 engagierte sie sich mit viel Herzblut, Offenheit und grosser Kompetenz als Präsidentin des “Hauses der Religionen”. Schon vor 25 Jahren hat sie NCBI mitgegründet. Gerda Hauck verdient diese Ehrung für Ihr nachhaltiges, mutmachendes, verbindendes, weitsichtiges, berufliches und freiwilliges Engagement für die Integration von Menschen verschiedenster Kulturen und Religionen in Bern und Umgebung.  

 

Gerda Hauck, Bern, Alterskategorie: über 30

13. Huruy Gherezghiher: Information ist für ihn der Schlüssel zur Integration

Warum verdient er den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Huruy Gherezghiher ist in Uznach und in der Region Linthgebiet die Ansprechperson für Schulen, Fachstellen und Ämter, wenn sie einen interkulturellen Dolmetscher benötigen. Auf diese Weise hat er schon einige unbegleitete Minderjährige und Asylsuchende unterstützt.

Huruy Gherezghiher denkt stets lösungsorientiert und baut Brücken zwischen den Fachstellen und Geflüchteten, wovon beide profitieren können. Ihm ist es wichtig, dass Fachpersonen und auch Geflüchtete genügend informiert sind, denn Informationen ermöglichen ein gegenseitiges Verständnis, wodurch schlussendlich Vorurteile abgebaut werden können. Huruy Gherezghiher ist davon überzeugt, dass Informationen für Neuzuziehende den Schlüssel zur Integration darstellen. So setzte er sich dafür ein, dass im Linthgebiet das Fachseminar von NCBI für Fachpersonen mit Informationen über die eritreische Bevölkerung zustande kam. Er wirkte selber am Fachseminar mit. Auf seine Initiative hin wurde ein eritreischer Integrationsverein im Linthgebiet gegründet. Dieser organisiert für Eritreer*innen Informationsveranstaltungen zu verschiedensten Themen.

Erst kürzlich wirkte er bei den Aktionstagen gegen Rassismus mit. Uznach und die Region setzten dabei den Fokus auf das Zusammenleben in Vielfalt. Er hat beim Tandem-Fotoporträt-Projekt mitgemacht und war Gast am Runden Tisch zu Migrationsgeschichten. In der Linth-Zeitung wurde Huruy Gherezghiher als «der Brückenbauer» bezeichnet.

Huruy Gherezghiher ist engagiert, zuverlässig, vertrauenswürdig, freundlich, korrekt, diplomatisch und sachlich. Er hilft allen Menschen egal welcher Hauptfarbe, Rasse oder Religion. Er setzt sich für die Wahrheit ein und ist ein Vorbild. Er geniesst das Vertrauen der Fachpersonen und ist Ansprechpartner für Geflüchtete. Für sein grosses Engagement in der Region Linthgebiet verdient er den Brückenbauerpreis.

Huruy Gherezghiher, St. Gallen, Alterskategorie: über 30

14. Haile Kassa ruht nicht im Kampf gegen Vorurteile

Warum verdient er den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Haile Kassa könnte man als die Personifizierung des Aufbrechens von Vorurteilen beschreiben. Er hat hart an sich selbst gearbeitet, um dies für sich zu erreichen – und nun macht er dies auch beruflich. Bei Netzwärk hilft er nun Menschen dabei, die „Kulturbrille“ abzulegen und ihr angelerntes Verhalten zu hinterfragen. Dabei ist ihm wichtig, dass man nicht von seiner eigenen Annahme davon, was richtig oder falsch ist, auszugeht, sondern dass man sich fragt, warum man so handelt, wie man es tut. Haile Kassa weiss, dass alle Menschen Vorurteile von klein auf gelernt haben, aber er hat es sich zum Ziel gemacht, diese als Trainer zu bearbeiten und dazu beizutragen, dass sie revidiert werden.

Neben seiner beruflichen Funktion ist er auch freiwilliger Trainer bei Euforia, wo er Communityarbeit mit unterschiedlichen ethnischen Gemeinschaften leitet. Er ist der festen Überzeugung, dass die Menschen, wenn sie die Verantwortung für ihre Herausforderung übernehmen, Maßnahmen ergreifen werden, um mit dieser Herausforderung umzugehen. Aus diesem Grund engagiert er sich und entwickelt Programme zur Befähigung der Gemeinschaften, wie z.B. Community imp!act in Euforia. Sein Ziel ist es, die Menschen dazu zu bewegen, selbst aktiv zu werden und Projekte zu gestalten. Seine Kriterien sind, dass die Projekte den Einzelnen befähigen, die Gemeinschaften stärken und umweltfreundlich sein müssen. Doch Haile ist und bleibt aktiv und möchte noch viel mehr für die Menschen tun. Für sein Engagement im Kampf gegen Vorurteile verdient Haile Kassa den Brückenbauer*innen Preis 2020.

 

Haile Kassa, Zürich, Alterskategorie: über 30

15. Heike Schmitz bietet mehr als nur einen Deutschkurs
für Migrant*innen an

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Frau Schmitz verdient den Brückenbauer*innen-Preis, da sie sich in ihren Kursen „Deutsch als Zweitsprache für Migrant*innen“ seit über zwölf Jahren für die Integration der Kursteilnehmer*innen einsetzt. Sie unterstützt ihre Schüler*innen darüber hinaus bei alltäglichen Schwierigkeiten. In ihrem Unterricht bringt sie den Teilnehmer*innen die Schweizer Kultur näher. Dieses geschieht auch mithilfe von Sozialraumerweiterungen, wie Spaziergängen durch die Stadt, Besuch von Museen, Besuch beim RAV und Erklärung von schweizerdeutschen Begriffen. Sie hilft ihren Schüler*innen auch gerne aus, wenn diese Schwierigkeiten beim Einbürgerungsverfahren oder anderen administrativen Belangen haben und bereitet sie gezielt auf Sprachprüfungen vor. Die vielen positiven Rückmeldungen der ehemaligen Schüler*innen zeigt, dass Frau Schmitz überaus erfolgreich in ihrer Tätigkeit ist und einen wertvollen Beitrag zur Integration von Migrant*innen in der Schweiz leistet und dabei tatsächlich viel Brücken baut. Aus all den oben genannten Gründen gebührt Heike Schmitz der NCBI-Brückenbauer*innen-Preis!

 

Heike Schmitz, Zürich, Alterskategorie: ü30

16. Jonathan Kreutner will mit Dialog Vorurteile abbauen bevor sie entstehen

Warum verdient er den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Jonathan Kreutner baut Vorurteile ab und engagiert sich seit Jahren gegen Juden- und Muslimfeindlichkeit. Als Generalsekretär des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds SIG, der grössten jüdischen Dachorganisation in der Schweiz, hat er kooperative Beziehungen zu zahlreichen muslimischen Organisationen aufgebaut. Zusammen hat er immer wieder in der Öffentlichkeit seine Stimme gegen Diskriminierung und für ein kooperatives und friedliches Zusammenleben erhoben. In diesem Sinne begleitet und unterstützt er seit Jahren das NCBI-Projekt „Respect“ fachlich und inhaltlich. Vor seiner Zeit beim SIG war Jonathan Kreutner Geschäftsführer der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus GRA und in dieser Funktion auch Vorstandsmitglied von NCBI.

Mit Humor und Wissen, mit Geduld und Hartnäckigkeit setzt er sich für eine bessere Schweiz mit weniger Vorurteilen gegenüber religiösen Minderheiten ein. Deswegen hat Jonathan Kreutner den Brückenbauer*innen Preis 2020 verdient.

Jonathan Kreutner, Zürich Alterskategorie: ü30

17. Kaser Alasaad engagiert sich für interreligiöses Verständnis

Warum verdient er den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Kaser Alasaad ist Imam in der grössten Moschee im Kanton Zürich. Selbst ist er vor wenigen Jahren aus Syrien geflüchtet. Er engagiert sich für interreligiöses Verständnis und für den Abbau von Vorurteilen zwischen den Mitgliedern unterschiedlicher Religionsgemeinschaften, auch in Zusammenarbeit bei NCBI. Für Kaser Alasaad ist es wichtig, Muslim*innen einen moderaten Islam zu vermitteln. Dazu gehört als zentraler Bestandteil, Menschen mit anderen Religionen zu achten, zu respektieren und zu schätzen. Es ist ihm ein Anliegen, die verschiedenen islamischen Strömungen aus diversen Ländern auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen und allen zu ermöglichen, ein*e gläubige*r Muslim*a zu sein, ohne in einer Parallelgesellschaft leben zu müssen. Der Glaube soll kein Hindernis zur Integration sein.

Sein Wissen und sein Glaube geben ihm den Mut und die Weisheit, um mit herausfordernden Situationen umgehen zu können. Er hört genau zu, überlegt viel und handelt respektvoll und konsequent. Die Schweiz braucht mehr Menschen wie Imam Kaser Alasaad. Deswegen hat Kaser Alasaad den Brückenbauer*innen Preis 2020 verdient.

Kaser Alasaad, Zürich, Alterskategorie: über 30

18. Lars Wolf: Mediator und Religionspädagoge an der Schule Margarethen

Warum verdient er den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Lars Wolf ist Lehrbeauftragter für Religionspädagogik mit Fokus interreligiöses Lernen und Mediator mit Schwerpunkt Schulmediation und interkulturelle Mediation. An der Primarschule Margarethen ist er als Religionspädagoge und Mediator tätig. Lars Wolf ist bei den Kindern, Eltern und Lehrpersonen sehr beliebt. Sowohl als Fachlehrperson, als Mensch wie auch als Arbeitskollege wird er sehr geschätzt.

Lars Wolf bietet in der Funktion als Mediator den Kindern sowie den Eltern Beratung und Coaching in konflikthaften Situationen an. Die Mediation ist ein niederschwelliges Angebot der Konflikt- und Krisenintervention. In dieser Funktion führt er Konfliktgespräche für Eltern, Kinder und grössere Gruppen an. Ausserdem werden dank ihm die Schüler*innen der Schule Margarethen zu Peacemaker geschult. Als Peacemaker nehmen die Schüler*innen eine wichtige Funktion ein, um präventiv Gewalt an der Schule zu minimieren.

Ausserdem leitet Lars Wolf seit 2017 die Elternforen. Die Elternforen sind Elternabende, an denen sich Eltern stufenübergreifend zu erziehungsrelevanten Themen weiterbilden und austauschen können. Im Laufe des Schuljahres werden so drei Elternforen durchgeführt. Dank diesem Auffangbecken sind die Lehrpersonen und die Elternschaft stark zusammengewachsen.

Lars Wolf organisiert zudem die Erzählcafés, welche im Rahmen der Elternforen stattfinden. Mütter und Väter treffen sich in der Schule und teilen miteinander ihre individuelle Bildungsgeschichte. Eltern aus unterschiedlichen Kulturen und sozialen Umfeldern kommen so in Kontakt. Normalerweise verbindet sie im Alltag nur die Tatsache, dass ihre Kinder dieselbe Schule besuchen. Mit dem Erzählcafé passiert der vertrauensvolle und wertschätzende Umgang auf Augenhöhe, was somit auch die Integration fördert. Wegen all diesen Leistungen verdient Lars Wolf diesen Preis!

 

 

Lars Wolf, Basel, Alterskategorie: über 30

19. Lisa Kesselring baut Vorurteile ab

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Lisa Kesselring ist in verschiedenen Vereinen und Non Profit-Organisationen, die sich für geflüchtete Menschen einsetzen, engagiert und arbeitet in diversen Projekten freiwillig als Koordinatorin und Helferin mit. Sie setzt sich in einem grossen Teil ihrer Freizeit im Rahmen solcher Projekte für die Integration und gegen Vorurteile ein. So hat sie über die Jahre viele starke Beziehungen mit geflüchteten Menschen aufgebaut, mit denen sie freundschaftlich verbunden ist und die sie regelmässig trifft – auch ausserhalb ihres ehrenamtlichen Engagements.

Lisa Kesselring hat Kurse von NCBI besucht und ist bei verschiedenen NCBI-Projekten ehrenamtlich tätig. Sie  studiert in Moment Soziale Arbeit und arbeitet 40% bei Infoklick.ch im Bereich der Kinder- und Jugendförderung – sie ist dort für die Regionalstelle Solothurn tätig. Sie möchte sich in der Zukunft in einem Land des globalen Südens engagieren und Kindern und Jugendlichen eine Zukunft bieten. Lisa Kesselring verdient den Brückenbauer*innen-Preis 2020, weil sie mit jungen Geflüchteten, die oft wenig Kontakt zu einheimischen Gleichaltrigen haben, Freundschaften auf gleicher Augenhöhe aufbaut und sich ohne Wenn und Aber für sie engagiert.

 

Lisa Kesselring, Solothurn Alterskategorie: unter 30

20. Mariann Zutt Pritchett möchte Integration fördern

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Mariann Zutt arbeitete als Sozialarbeiterin in der reformierten Kirchgemeinde Bethlehem und engagierte sich in der Quartiersarbeit in Bern-Bethlehem, das sich in den letzten Jahrzehnten zu einem multikulturellen Quartier entwickelt hat. Mariann Zutt hat einige Projekte etabliert, die seither rege besucht werden.

Zum Beispiel hat sie das Integrationscafé „Café mondiaL“ ins Leben gerufen. Dieses Kaffee wurde für viele Migrant*innen zur Anlaufstelle, weil sie dort die Chance erhalten, einen Weg ins Arbeitsleben zu finden.

Sie gründete auch das interkulturelle Müttertreffen Bern West, das 2008 den Integrationspreis der Stadt Bern erhielt. Im interkulturellen Müttertreffen Bern West werden alltagsnahe Fragen rund um die Themen Erziehung, Gesundheit, Schule und familiäres Leben zusammen mit den Migrantinnen besprochen. Das Müttertreffen hilft zudem vielen Migrantinnen den Sprung in den Schweizer Arbeitsmarkt zu erreichen, indem die Frauen in ihren Kompetenzen gestärkt und gefördert werden. Auch in der alltäglichen Gewaltprävention spielt das Müttertreffen Bern-West eine grosse Rolle.

Als das Mütterzentrum Bern-West in einer Krise steckte, konnte es dank der fantastischen Arbeit von Mariann Zutt gerettet werden. Sie reorganisierte das Mütterzentrum Bern-West, das seitdem floriert und für viele Migrantinnen und ihre Kinder ein wichtiger Treffpunkt ist. 

Zudem hat Mariann Zutt den Stammtisch der Religionen mitgegründet. An diesem Stammtisch begegnen sich Menschen aus den verschiedensten Religionen und Konfessionen, die sich auf ganz persönliche Art und Weise über ihre Glaubensfragen austauschen können.

Seit Jahren setzt sich Mariann Zutt  als Präsidentin des Interkulturellen Vereins Së bashku (=„Gemeinsam“) für die Realisierung eines Tageszentrums für Menschen mit Behinderungen im Kosovo ein, um die Lebensqualität dieser Menschen verbessern zu helfen.

Mariann Zutt koordinierte in Bern-West ausserdem die Arbeit von Kulturvermittler*innen. Das sind Personen, die schon länger in der Schweiz leben und als sogenannte Schlüsselpersonen ihren „Landsleuten“ den Zugang zur Schweizer Kultur eröffnen. Durch diese  Zusammenarbeit trug und trägt die Arbeit von Mariann Zutt so vielfältige und reiche Früchte.

Für diese und alle anderen – aus Platzgründen hier nicht erwähnten Projekte – gebührt ihr dieser Preis!

Mariann Zutt, Bern Alterskategorie: über 30

21. Marianne Kilchenmann im Einsatz für Sans-Papiers

 Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Marianne Kilchenmann leistet seit 15 Jahren Pionierarbeit bei der Berner Beratungsstelle für Sans-Papiers, die tausenden Menschen, die ohne geregelten Aufenthalt in der Schweiz leben zu Gute kommt. Sie hat die Beratungsstelle mit viel Herzblut und aussergewöhnlichen Fachkenntnissen aufgebaut und baut bis heute wichtige Brücken zwischen den oft sehr prekär lebenden Betroffenen und den Behörden. Sie unterstützt beim Abschliessen einer Krankenversicherung oder beim Einreichen eines Härtefallgesuchs und versucht dadurch das Leben dieser sehr versteckt und damit unsichtbar lebenden Menschen etwas angenehmer zu gestalten. Ausserdem sensibilisiert sie die Politik und die Öffentlichkeit dafür, dass Menschen ohne Papiere mitten unter uns leben.

Die Beratungsstelle für Sans-Papiers in Bern wurde 2005 gegründet. Sie berät und informiert Menschen, die in der Schweiz leben, ohne eine Aufenthaltsbewilligung zu besitzen. Zudem leistet sie Sensibilisierungs- und Informationsarbeit in der Region Bern. Der Zweck des Vereins ist die Verbesserung der sozialen und rechtlichen Situation der Sans-Papiers, insbesondere durch individuelle Beratung und Begleitung, Sammeln und Dokumentieren von Alltagsproblemen, Vernetzungsarbeit unter und zu Sans-Papiers, politisches Lobbying und Informationsarbeit. Für ihr Engagement gebührt ihr dieser Preis!

 

Marianne Kilchenmann, Bern Alterskategorie: über 30

22. Markus Fritzsche und Theo Leutenegger: zwei Asylhausärzte im Dienste der Gerechtigkeit

Warum verdienen sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Dres. med. Markus Fritzsche und Theo Leutenegger sind Asylhausärzte, die diesen Frühling während der Corona-Zeit Grosses geleistet haben. Die zwei Asylhausärzte aus dem Kanton Zürich haben sich aktiv und öffentlich für die Gesundheitsprävention in Corona-Zeiten für abgewiesene Geflüchtete in Adliswil resp. Urdorf eingesetzt.

In Adliswil, wie auch in Urdorf, ist die Wohnsituation für abgewiesene Geflüchtete sehr prekär. In Adliswil leben die Familien und Frauen in Containern und in Urdorf leben die Männer in einem unterirdischen Bunker. Die beiden Ärzte haben rechtzeitig die Handlungen des Kantons und der Asylbetreuung in Frage gestellt, weil die BAG-Richtlinien – wie zum Beispiel der Zweimeter-Abstand – nicht in den engen Rückkehr-Zentren mit geteilten Toiletten und Küchen eingehalten werden konnten. Als medizinische Fachpersonen sind sie persönlich Risiken eingegangen, um behördliche und dann auch öffentliche Aufmerksamkeit auf die Situation zu lenken. Nach ihrem „Whistleblowing“ – das heisst eine öffentliche Infrage-Stellung der behördlichen Handlungen – hat der Kanton zusätzliche präventive Massnahmen ergriffen, um die abgewiesenen Geflüchteten etwas besser zu schützen.

Die Rolle des Asylhausarztes ist nicht einfach: Die Geflüchteten haben leider nur teilweise Anrecht auf medizinische Versorgung. Das bedeutet, dass Geflüchtete immer wieder wegen Minimalbehandlungen enttäuscht werden. Dr. Markus Fritzsche und Dr. Theo Leutenegger verdienen für ihren mutigen Einsatz den Brückenbauer*innen-Preis 2020!

 

Dr. Markus Fritzsche, Adliswil ZH Dr. Theo Leutenegger, Dietikon ZH Alterskategorie: über 30

23. Im Einsatz für mehr Akzeptanz gegenüber LGBTQ+-Menschen

Warum verdient Markus Trachsel stellvertretend für alle Volunteers von du-bist-du den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Markus Trachsel ist Programmleiter von „du-bist-du“, ein Programm der Fachstelle für sexuelle Gesundheit Zürich. du-bist-du fördert die psychische und physische Gesundheit von jungen LGBTQ+-Menschen sowie von jungen Menschen, die sich ihrer sexuellen und/oder romantischen Orientierung und/oder Geschlechtsidentität nicht sicher sind.

50 Volunteers von „du-bist-du“ investieren enorm viele Stunden in ihrer Freizeit, um die Gesellschaft aufzuklären, zu sensibilisieren und um einen Austausch zu bieten. Nebst persönlicher Peer-to-Peer-Beratung für andere junge LGBTQ+-Menschen engagieren sie sich aktiv innerhalb der Gesellschaft, um Vorurteile abzubauen und um Akzeptanz zu fördern. Die Volunteers planen, organisieren und entwickeln Methoden und Instrumente, welche an Jugendevents und sonstigen Grossanlässen umgesetzt werden. Sie treten in Kontakt mit jungen Menschen, sind sichtbar, vermitteln spielerisch ihr Wissen über die Thematik und erzählen von eigenen Erfahrungen. Ausserdem haben sie sich politisch stark gemacht für ein Ja am 9. Februar 2020, als in der Schweiz über die Erweiterung des Diskriminierungsschutzes abgestimmt wurde. Sie haben während mehreren Wochen in 13 Kleinstädten Passant*innen mobilisiert, um für ein Ja zu stimmen.

Alle Volunteers sind jung und gehören zur LGBTQ+-Community. Ihre Energie und Kraft verwenden sie, um bestehende Brücken zu stabilisieren, diese zu verbreitern und neue Brücken zu bauen. Ihr Ziel ist es, das es junge LGBTQ+-Menschen irgendwann einfacher haben werden als sie es hatten und teilweise noch haben. Dieser Preis wäre eine Wertschätzung für ihr unglaubliches Engagement, welche sie für die LGBTQ+-Community und die breite Gesellschaft leisten. Deswegen gebührt Markus Trachsel stellvertretend für alle Volunteers von „du-bist-du“ diesen Preis!

 

Markus Trachsel von du-bist-du, Zürich Alterskategorie: unter 30

24. Nathalie Flubacher macht den Kampf gegen Vorurteile zur Sache aller Menschen

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Nathalie Flubacher ist dipl. Pflegefachfrau und Erwachsenenbildnerin beim Schweizerischen Roten Kreuz im Kanton Waadt und leitet Kurse für NCBI. Sie hat eine Weiterbildung zum Thema Interkulturalität  entwickelt, die sie für unterschiedliche Zielgruppen anpasst und auch selber unterrichtet. Sie hat das gesamte Personal ihrer Organisation, der Seniorenresidenzen und die Mitarbeiter*innen des Sektors Familienhilfe des Roten Kreuzes vom Kanton Waadt geschult. Seit vielen Jahren engagiert sie sich auch in der Weiterbildung von Freiwilligen des Roten Kreuzes und anderer Verbände in ihrem Kanton.  

Ihre Weiterbildung zum Thema Interkulturalität bietet Platz für gemeinsame Reflexion, bei denen Vorurteile in Frage gestellt werden und über Handlungen mit den Begünstigten und in den Teams abgebaut werden. Das Wohlbefinden und die Kreativität jedes Einzelnen in diesem Prozess steigert sich unweigerlich. Nathalie Flubacher freut sich, ihr neues Projekt in zwei Lausanner Quartierhäusern zu starten und an der Aktionswoche gegen den Rassismus teilzunehmen.  Nathalie Flubacher hat die Kapazität und Leidenschaft dieses Thema einfach und verständlich zu vermitteln und macht den Kampf gegen Vorurteile zur Sache aller Menschen. Für dieses Engagement gebührt ihr dieser Preis! 

Nathalie Flubacher, Waadt, Alterskategorie: über 30

25. Nejirvan
Hussein gibt nie auf, die Integration für Geflüchtete zu fördern

Warum verdient er den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Selber aus dem kurdischen Gebiet von Syrien geflüchtet, engagiert sich Nejirvan Hussein für seine Landsleute und andere Geflüchtete, um ihre Integration zu fördern. Er hat ein Sprachtalent, weswegen er für viele Leute auch schon als Dolmetscher ausgeholfen hat.

Beim Partizipationsprojekt „Unsere Stimmen“ von NCBI hat er viele Geflüchtete unterstützt, ihre Stimme zu wichtigen Integrationsthemen zu erheben. Das Projekt „Unsere Stimmen“ ist ein Zusammenschluss von rund 35 Geflüchteten. Die Geflüchteten haben im Jahr 2019 vier für sie wichtige Themen ausgewählt, sich dazu weitergebildet, sich mit Fachpersonen getroffen und Empfehlungen dazu erarbeitet. Damit bringen sie ihre Stimme in die Diskussion ein, um die Integration zu fördern. Diese Empfehlungen wurden weiterentwickelt und im Rahmen von verschiedenen Anlässen sowie an selbst organisierten Hearings an die Öffentlichkeit und zu Entscheidungstragenden gebracht. Nejirvan hat die Empfehlungen von „Unsere Stimmen“ zu Bildung, Arbeitsintegration, Sozialhilfe und Abgewiesenen an zahlreichen Veranstaltungen wirksam vertreten und viele Menschen für die Situation der Geflüchteten sensibilisiert.

Obwohl er viele Blockaden bei seiner eigenen Integration erlebt hat, gibt er nie auf und findet einen anderen Weg vorwärts – für sich und für andere Geflüchtete. Für sein diverses Engagement gebührt ihm dieser Preis!

Nejirvan Hussein, Zürich Alterskategorie: unter 30

26. Nicole Stehli will, dass wir in der Schweiz auf Augenhöhe miteinander leben

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Nicole Stehli arbeitet seit mehr als 10 Jahren als ausgebildete Sozialpädagogin, Theaterpädagogin und Kommunikatorin mit Menschen, die am Rande unserer Gesellschaft stehen. Die Philosophie von Nicole Stehli ist es, dass jeder Mensch einen grossen Wert sowie viele Fähigkeiten hat. Beides jedoch ist bei Personen, die am Rande unserer Gesellschaft stehen, oft unter einer dicken Staubdecke vorborgen, sodass es weder sie selbst noch ihre Mitmenschen sehen können. Der Wunsch von Nicole Stehli ist es, genau mit diesen Menschen zu arbeiten, um dazu beizutragen, diese Staubschicht wegzuwischen und ihren Glanz wieder zum Vorschein zu bringen.

Vor sechs Jahren hat Nicole Stehli das FlüchtlingsTheater „Malaika“ gegründet. Es handelt sich dabei um ein Theater- und Integrationsprojekt, das Geflüchtete und Einheimische zu gemeinsamen Aktivitäten zusammenbringt. Die Stücke, die geschrieben und auf der Bühne aufgeführt werden, verschmelzen die Kulturen der Malaikas. So lassen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Kulturen finden. Die Malaikas treffen sich regelmässig, um Theater zu spielen, zu tanzen, zu kochen und für weitere Freizeitaktivitäten. Mit ihrem Stück „Malaikas unterwegs“ waren sie sogar schon im Schauspielhaus Zürich zu Gast und haben auch schon drei Mal im Bernhard Theater Zürich gespielt. Für dieses Engagement, einen Ort zu kreieren, an dem alle willkommen sind und Menschen eine Freude bereitet wird, verdient Nicole Stehli den  Brückenbauer*innen Preis 2020.

Nicole Stehli, Zürich, Alterskategorie: über 30

27. Rahim Mohammadzadeh: ‚Geht nicht‘ gehört nicht zu seinem Wortschatz

Warum verdient er den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Rahim Mohammadzadeh ist positiv eingestellt, lebensbejahend und immer für andere im Einsatz. Man könnte fast vergessen, unter welch schwierigen persönlichen Bedingungen er lebt. Rahim/Arash Mohammadzadeh lebt seit 3 Jahren in Asylheimen in der Schweiz. Er hat schnell und sehr gut Deutsch gelernt. Er macht eine Ausbildung als Migrationsfachmann und absolviert ein Praktikum im Migrationsbereich. Er ist aktiv bei „Unsere Stimmen“ bei NCBI Schweiz. In seiner ‚Freizeit‘ setzt er sich administrativ und tatkräftig ein, um das Leben von Asylsuchenden und anderen Migrant*innen zu verbessern. Unter anderem nützt er seine Computerfachkenntnisse und hilft anderen Menschen bei technischen und digitalen Problemen, organisiert WLAN für Heime und Laptops für Schulkinder. Zudem verteilt er gratis Essen und Masken, unterrichtet Deutsch und informiert und kommuniziert wo er kann. In seiner schwierigen Lage findet er trotzdem immer eine kreative Lösung. ‚Das geht nicht.‘ gehört nicht zu seinem Wortschatz. Er ist immer authentisch, freudig und hilfsbereit. Dafür gebührt ihm dieser Preis!

Rahim Mohammadzadeh, Aargau, Alterskategorie: über 30

28. Shadi Omar setzt sich
aktiv für Geflüchtete ein

Warum verdient er den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Shadi Omar ist aus Syrien in die Schweiz geflüchtet. In der Schweiz hat er schnell an der Autonomen Schule Zürich wie auch selbständig Deutsch gelernt. Er hat sich aktiv für viele Flüchtlinge eingesetzt, z.B. bei der Übersetzung von Briefen. Er hat bei der Autonomen Schule Zürich mitgearbeitet,  sich trotz vielen Hindernissen im Computer-Bereich ausgebildet und beim NCBI-Projekt „Unsere Stimmen“ mitgewirkt. Das Partizipationsprojekt „Unsere Stimmen“ ist ein Zusammenschluss von rund 35 Geflüchteten. Die Geflüchteten haben im Jahr 2019 vier für sie wichtige Themen ausgewählt und Empfehlungen dazu erarbeitet. Damit bringen sie ihre Stimme in die Diskussion ein, um die Integration zu fördern. Diese Empfehlungen wurden im Rahmen von verschiedenen Anlässen sowie an selbst organisierten Hearings an die Öffentlichkeit und zu Entscheidungstragenden gebracht. Für diese Engagements hat er den Brückenbauer*innen-Preis verdient!

Shadi Omar, Zürich, Alterskategorie: über 30

29. Tarek Naguib forscht und engagiert sich, um rassistische Denkweisen zu bekämpfen

Warum verdient er den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Neben seiner Rolle als Dozent engagiert sich Tarek Naguib in verschiedenen Kontexten als Aktivist. Tarek Naguib ist es ein Anliegen Rassismus, Ableismus und andere Formen der Diskriminierung zu adressieren. Er will verstehen, was uns alle dazu bringt, diskriminierende Denkweisen in uns zu tragen und diese zu bekämpfen.

Tarek Naguib ist Jurist, forscht und lehrt an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW mit Schwerpunkt im Antidiskriminierungsrecht. Zu seinen Themen gehören Critical Race Theory, Disability Legal Studies und Legal Gender Studies. Er ist Mitbegründer des Schweizer Netzwerks für Diskriminierungsforschung und engagiert sich als Aktivist in der Allianz gegen Racial Profiling und im Institut Neue Schweiz. Gemeinsam mit weiteren Autor*innen hat er das Buch „Racial Profiling – Struktureller Rassismus und antirassistischer Widerstand“ verfasst. Er nutzt seine Möglichkeiten um gesellschaftliche Missstände zu adressieren und dagegen anzugehen. Deswegen hat Tarek Naguib den Brückenbauer*innen Preis 2020 verdient.

 

Tarek Naguib, Bern/St. Gallen Alterskategorie: über 30

30. Theodora Leite Stampfli unterstützt Migrantinnen ihre Ressourcen zu stärken

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Theodora Leite Stampfli ist Programmverantwortliche in der Migrationspolitik bei cfd (feministische Friedensorganisation). In diesem Bereich setzt sie verschiedene Empowerment-Projekte um, in denen die Ressourcen und Kompetenzen von Migrantinnen in der Schweiz partizipativ gestärkt werden. Migrantinnen werden begleitet und beraten, um ihre Selbständigkeit und Chancen im Arbeitsmarkt einzusetzen. Zahlreiche Frauen mit Migrationsgeschichte haben in diesen Projekten Halt gefunden. Theodora Leite etablierte bei cfd ein Netzwerk, dass Migrantinnen unterstützt, ihre Kompetenzen und Qualifikationen sichtbar zu machen. Für dieses Engagement verdient Theodora Leite Stampfli und der Bereich Migrationspolitik des cfd den Brückenbauer*innen-Preis von NCBI Schweiz

Theodora Leite, Bern, Alterskategorie: über 30

31.Tugba Kara und der Verein TransEducation

Warum verdienen sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Projektleiterin Tugba Kara bemüht sich mit ihrer Organisation „TransEducation“ um Prävention, Diskussion und Bildung rund um Themen, die sich mit dem Islam beschäftigen. Zum einen möchte der Verein, dass Jugendliche, die durch die aktuellen Bilder vom Islam verunsichert sind, verstehen und lernen, wie der Islam betrachtet werden kann; zum anderen soll der interreligiöse Austausch in Bezug auf den Islam gefördert werden. TransEducation möchte der Islamophobie entgegenwirken und durch den Diskurs gleichzeitig Radikalisierungen verhindern.

Der Name TransEducation drückt die Absicht aus, „Bildung zu transferieren“ oder „Bildung von einem Ort zu einem anderen zu bringen“. Der Verein setzt sich mit aktuellen Themen auseinander und hat zum Ziel, Jugendlichen die Verunsicherung abzunehmen. Denn radikale Ansichten, ob nun religiöse Extremformen oder Islamophobie, resultieren gemäss der Sicht von TransEducation genau aus solchen Unsicherheiten. Der Verein verfolgt die genannten Ziele, indem er Aktivitäten und Projekte initiiert oder in Auftrag gibt. Im Besonderen führt er Bildungs- und Weiterbildungsangebote sowie soziokulturelle Angebote zum Thema Islam durch; er initiiert, begleitet und evaluiert Jugendarbeitsprojekte und Tätigkeiten unter jungen Menschen; er führt interreligiöse Bildungs-, Weiterbildungs- und Jugendarbeitsprojekte für muslimische und nicht muslimische Jugendliche durch und beteiligt sich an entsprechenden Kooperationen. Das neuste Projekt des Vereins heisst „IslamicMediaClub“ und ist ein deutscher Podcast für junge Menschen, die sich für islambezogene Bildung interessieren. Dafür verdient Tugba Kara stellvertretend für die Organisation „TransEducation“ den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020.

Tugba Kara, Alterskategorie: über 30

32. Werner Boxler setzt sich für die Bekämpfung häuslicher Gewalt ein

Warum verdient er den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Werner Boxler ist Mitgliedvorstand des Vereins „Weisse Schleife Schweiz“, welcher sich für die Bekämpfung häuslicher Gewalt gegenüber Frauen und Kindern einsetzt. Er vertritt dieses Anliegen als Kantonsvertreter im Waadtland und arbeitet dabei insbesondere mit Männern zusammen (www.ruban-blanc.ch).

Er ist Life-Coach und leitet Männergruppen, welche von Guy Corneau’s Lebenswerk inspiriert sind. Dazu kommen Workshops und Seminare, welche die Männer dabei unterstützt, sich neu zu definieren und ihre Männlichkeit zu ergreifen. Dies verhilft ihnen dazu, sich in authentischer Weise zu engagieren und sich solidarisch ins Leben zu stellen (www.facilitateur.org)

Für dieses Engagement gebührt Werner Boxler dieser Preis!

 

Werner Boxler, Waadt, Alterskategorie: über 30

33. Yahya Dalib setzt sich für die Integration von Somalier*innen in der Schweiz ein

Warum verdient er den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Yahya Dalib Ahmed ist Mitbegründer und Co-Präsident der bis anhin ehrenamtlich geführten Help Somali Organization, welche 2012 mit dem Förderpreis für Integration der Stadt Bern ausgezeichnet wurde. Die Organisation feiert dieses Jahr ihr 10- jähriges Jubiläum. Help Somali Organization führt nebst Projekten in Somalia eine Anlauf- Vermittlungs- und Beratungsstelle in Bern und hilft Menschen aus Somalia in der Schweiz Fuss zu fassen. Sie bietet niederschwelligen Rat in allen Alltagsbelangen und leistet Unterstützung bei Übersetzungen und Kulturvermittlung. Die Anlaufstelle wird regelmässig von Einzelpersonen und Familien besucht. Mit den Erfahrungen aus der Anlaufstelle und den entstandenen Kontakten entstanden weitere Projekte, die erfolgreich durchgeführt wurden: «starke Familien trotz Tradition», ein Projekt im Rahmen der Familienplanung für in der Schweiz lebende somalische Familien und  «bulsho la qabsi», eine Gesprächsrunde für somalische Väter. Zwei somalische Fussball- und Sportvereine wurden beispielsweise aufgrund der Unterstützung durch die Anlaufstelle in der Stadt Bern gegründet. Es stellt immer eine Herausforderung dar, den Kontakt zwischen einem Gastgeberland und den Menschen, die in dieses migriert sind, fördernd herzustellen. Deshalb verdient Yahya Dalib Ahmed diese Nominierung, da er sich mit viel Engagement und Herzblut ­– auch früher bei NCBI-Kursen für Zivildienstleistende – dafür einsetzt, diese Lücke zu schliessen. Der NCBI-Brückenbauer*innen Preis 2020 wäre eine verdiente Ehrung seines bereits lange anhaltenden Engagements, welches bereits so vielen Personen aus Somalia dabei geholfen hat, sich in der Schweiz besser zurecht zu finden.

 

Yahya Dalib Ahmed, Bern Alterskategorie: über 30

34. Florine Massy setzt alles in Bewegung, damit eine ukrainische Familie nicht ausgeschafft wird

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Florine Massy ist die Präsidentin der Vereinigung DOM (https://www.dommusic.ch/dom) welche aktiv eine ukrainische Flüchtlingsfamilie unterstützt, damit sie nicht ausgeschafft wird. Das ukrainische Ehepaar, Yaroslav Ayvazov und Vera Korolova, kam 2004 in die Schweiz und gründete eine Familie. Seit 2008 sind sie in Noiraigue im Val-de-Travers ansässig. Die beiden talentierten Musiker*innen und ihre 3 Kinder haben aber Ende 2014 einen negativen Asylentscheid erhalten. Das Ehepaar hatte keinen festen Arbeitsvertrag, der es ihnen erlaubt hätte, eine Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen. Ihre drei Kinder kennen aber nur die Schweiz und sprechen nicht die offizielle Sprache des Herkunftslandes ihrer Eltern. Trotz positiver Mitteilung des Kantons weigert sich die Bundesbehörde (Staatssekretariat für Migration) die Aufenthaltsbewilligung der Familie zu erneuern. Das ganze Dorf und die Musiker*innen aus der Region haben sich mobilisiert, um ihnen zu helfen und in nur zwei Monaten wurde eine Petition von mehr als 6.000 Menschen unterzeichnet.

Im Januar 2020 gründete ein Komitee bestehend aus Florine Massy, Viviane Jeanneret, Markus Wider, Dominique Ionescu und Elisabeth Würgler den Verein „DOM“ in Noiraigue. « Dom » bedeutet auf Russisch „Haus“, denn der Verein will ein ewiges Zuhause für die Familie gewähren. Der 30köpfige Verein wurde gegründet, damit Herr Yaroslav seine musikalischen und künstlerischen Aktivitäten fördern und eine Arbeitserlaubnis erhalten kann. Auf diese Weise hofft der Verein, die Chancen erhöhen zu können, um der Ausweisungsentscheidung entgegenzuwirken (http://www.canalalpha.ch/actu/une-famille-de-musiciens-ukrainiens-risque-lexpulsion). Für dieses Engagement gebührt Florine Massy dieser Preis!                                    

35. Jessen Voide und Théo
Schlegel im Kinderparlament von Sainte-Agnès

Warum verdienen sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Jessen Voide und Theo Schlegel machen im Kinderparlament von Sainte-Agnès mit. Dabei setzen sie sich als Friedensstifter ein und wollen den Abbau von Vorurteilen und Konfliktlösung fördern. Als Mitglieder des Kinderparlaments unterstützen Jessen Voide und Theo Schlegel die Rechte des Kindes. Insbesondere wollen sie Kindern das Recht auf freie Meinungsäusserung und das Recht auf Partizipation ermöglichen.

Jessen Voide ist 12 Jahre alt. Er lebt in Mase (Wallis) und ist Präsident des Kinderparlaments. Als solcher animiert er die Sitzungen und organisiert die Diskussionen. Er erteilt denjenigen das Wort, die sich in einer Diskussion einbringen wollen, sorgt dafür, dass die Tagesordnung eingehalten wird und vertritt die Kinder gegenüber den Erwachsenen.

Theo Schlegel ist ebenfalls 12 Jahre alt. Er lebt in Vouvry (Wallis) und ist der Vizepräsident im Kinderparlament. Als solcher liest er das Protokoll vor, assistiert dem Präsidenten und vertritt ihn bei seiner Abwesenheit.

Im Kinderparlament machen dreizehn Jungs und Mädchen mit. Sie sind zwischen sechs und dreizehn Jahre alt und sind Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Einige Kinder haben eine Autismus-Spektrum-Störung, Verhaltensauffälligkeiten, familiäre Schwierigkeiten oder Probleme, ihre Emotionen zu bewältigen. So auch Jessen und Théo, welche mit ihren Eltern und in der Schule grosse Schwierigkeiten hatten. Durch das Kinderparlament haben sie aber grosse Fortschritte gemacht und konnten sich frei entfalten. Alle  Kinder werden unabhängig von ihren Problemen integriert, indem der Fokus auf den Ressourcen eines jeden Einzelnen und nicht auf deren Grenzen gelenkt wird.

Die Kinderparlamentarier*innen werden von ihren Altersgenossen in geheimen Wahlen gewählt. Die Aufgabe der jungen Parlamentarier*innen besteht darin, ein gutes Schulklima zu fördern, indem den Kindern die Möglichkeit gegeben wird, sich auszudrücken und zu beteiligen. Das Kinderparlament schafft Räume, in denen Partizipation, Kooperation und das Zusammenleben gefördert wird. Es fördert das Erlernen von Demokratie, es schafft die Voraussetzungen dafür, dass man lernt, das Wort zu ergreifen. Das Parlament gibt der Stimme des Kindes einen Platz in der Gesellschaft. Es ermöglicht die aktive Teilnahme der Kinder am institutionellen Leben und dessen Verbesserung. Das Kinderparlament entwickelt den Geist des Friedens und der Toleranz. Es ermöglicht den Kindern eine kollektive Stimme und einen kollektiven Einfluss zu haben. Dafür gebührt ihnen dieser Preis!

Jessen Voide und Théo Schlegel, Sion, Alterskategorie: 12 Jahre alt

36. Barbara Mosca: Mit Migrant*innen und Einheimischen auf Wandertour

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Barbara Mosca hatte vor fünf Jahren zusammen mit Katrin Sperry eine zündende Idee. Sie wollte Ihre Begeisterung für das Wandern, diese soziale und gesunde Freizeitbeschäftigung, mit anderen teilen. Gleichzeitig hatte sie aufgrund ihrer langjährigen Freiwilligenarbeit im Migrationsbereich gewusst, dass viele Menschen ihre neue Heimat kaum kennen und sich auch aus verschiedenen Gründen nicht trauen, auf eigene Faust auf Erkundungstour zu gehen. So hatte sie die Idee, das Projekt „Wandern für alle“ ins Leben zu rufen.

Seither gehen Schweizer*innen und Migrant*innen etwa zehn Mal im Jahr zusammen wandern. Die Ausflüge finden jeweils in der Umgebung von Bern statt. Nachdem anfangs nur etwa zehn Personen teilgenommen haben, nahm die Teilnehmerzahl rasant zu. Mittlerweile nehmen bis zu 40 Personen verschiedener Herkunft und unterschiedlichen Alters teil. Bei den Wanderungen wird jeweils gemeinsam gepicknickt und manchmal wird das Wandern mit einem Museumsbesuch oder anderen Aktivitäten kombiniert. Die Wanderungen werden im Team organisiert, sind kostenlos und alle sind herzlich willkommen.

Das Projekt ermöglicht Migrant*innen unkompliziert neue Kontakte zu knüpfen und dabei Deutsch zu sprechen. Migrant*innen und Einheimische begegnen sich, tauschen sich aus und erleben den gemeinsamen Ausflug in die Natur als Bereicherung.

Inzwischen gibt es eine Webseite https://wandern-fuer-alle.ch und einen Blog https://wandernfueralle.wordpress.com. Aus der Wandergruppe sind weitere Kleingruppen und Sprachtandems entstanden, die sich auch ausserhalb der gemeinsamen Wanderzeiten treffen. Barbara Mosca hat mit einfachen Mitteln und mit viel Lebensfreude ein Gefäss und eine Stimmung erschaffen, welche Begegnungen spriessen lässt. Dafür gebührt ihr dieser Preis!

Barbara Mosca, Bern, Alterskategorie: über 30

37. Alima Diouf setzt sich voller Energie für Migrant*innen ein

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Alima Diouf setzt sich voller Energie für Migrant*innen im Raum Basel ein. Sie ist eine Macherin und hilft, wo sie kann. Alima Diouf hat für alle ein offenes Ohr, geniesst ein breites Vertrauen und hohe Akzeptanz. Sie kämpft entschieden gegen Vorurteile und setzt sich für ein besseres Zusammenleben ein.

Alima Diouf hat den Verein »Migranten helfen Migranten« (MhM) 2015 gegründet. Der Verein setzt als Anlaufstelle konkrete und handlungsorientierte Schritte zur Bekämpfung von Konflikten, Gewalt, Rassismus, Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Vorurteilen um. Konkret versucht der Verein, den Migrant*innen Kenntnisse zum Alltag in der Schweiz zu vermitteln und bei Bedarf bei Problemen mit den Behörden zu unterstützen. Alima Diouf organisiert zusätzlich auch Ferienlager für benachteiligte Familien, eine Kampagne gegen Vorurteile „Wir sind Teil der Schweiz“ und bietet Näh-Deutsch-, Computerkurse und interkulturelle Festivals an. Auch die angebotenen Kurse und die Unterstützung zur Konfliktbearbeitung in Familien, zwischen Kulturen und Religionen sowie zwischen Betroffenen und Beteiligten sind herausstechend. Der Verein versucht auch, eine möglichst grosse Vielfalt an Nationalitäten zusammenzubringen, um die kulturelle Vielfalt und das gegenseitige Verständnis zu fördern. Der Verein unterstützt dadurch mit kreativen Angeboten das gegenseitige Verständnis und die Akzeptanz für Gast- und Fremdkulturen. „Migranten helfen Migranten“ hat über den Raum Basel hinaus ein grosses Netzwerk und grosse Vertrauenswürdigkeit zu Personen aus verschiedenen Kulturen und Nationalitäten aufgebaut. Selbsthilfe und Selbstorganisation sind selbstverständliche Bestandteile des Vereins.

 Im Bereich Gewaltprävention hat Alima Diouf mit der Polizei und dem Stadtteilsekretariat Kleinbasel Workshops für dunkelhäutige Migranten*innen durchgeführt. Diese Kooperations-Programme zwischen Migrant*innen und der Polizei sind in diesem Raum ein Alleinstellungsmerkmal. Migrant*innen werden in verschiedenen Sprachgruppen von der Polizei über die Rechte und Pflichten bei Polizeikontrollen aufgeklärt, aber auch auf risikovolles Verhalten hingewiesen. Im Gegenzug geht es darum Vorwürfe von Racial Profiling im öffentlichen Raum aufzunehmen und auf Augenhöhe zu bearbeiten.

 Im Bereich Integration hat sie kurz vor der Coronakrise – ohne finanzielle Unterstützung – einen Videokanal „Integrations TV Basel“ lanciert, um Migrant*innen direkt in ihren Sprachen über Massnahmen und Hilfsangebote zu informieren. Wegen allen diesen Leistungen gebührt ihr dieser Preis!

 

Alima Diouf, Basel, Alterskategorie: über 30

38. Das Migram Team fördert die Gesundheits- und Erziehungskompetenzen benachteiligter Familien

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Für Menschen in schwierigen Verhältnissen, die aufgrund von Armut, Migrationshintergrund oder anderen sozialen Einschränkungen benachteiligt werden, ist der Zugang zu Gesundheitsleistungen oft sehr schwierig. Diese Bevölkerungsgruppen weisen eine geringere Lebenserwartung auf und leiden an doppelt so vielen Erkrankungen wie Menschen ohne diese Herausforderungen.
Männer mit Migrationshintergrund verzichten sechs Mal häufiger auf medizinische Leistungen als Männer ohne Migrationshintergrund. Um die Gesundheit dieser vulnerablen
Bevölkerungsgruppen nachhaltig verbessern zu können, verfolgt Beatrice Kriwanek zusammen mit ihrem Team Migram den ambitionierten Ansatz, die Erreichbarkeit dieser Gruppen zu verbessern. Anhand der Gesundheitsdeterminanten ist
bekannt, dass eine Schlüsselstrategie das Empowerment von sozialen Gemeinschaften oder Communities sein kann. Dieser Ansatz hat Migram übernommen  und ein Team aus Schlüsselpersonen erstellt:

Birtukan Demssie, Fakhita Dakhel, Geetha Anandaruban, Heike Mala, Hula Sultan, Regina Wälti und Kemal Sönmez bilden zusammen das Team Migram. Sie sind als Schlüsselpersonen unterwegs und suchen Familien auf, die mit den
herkömmlichen Strategien der Gesundheitsförderung und Prävention nicht erreicht
werden können. Die Schlüsselpersonen besuchen die Familien an öffentlichen Orten oder bei ihnen zu Hause und bestärken sie in konkreten Handlungs-möglichkeiten. Zum Beispiel werden Eltern in ihren Gesundheits- und Erziehungskompetenzen gefördert, denn Eltern haben einen wichtigen Einfluss auf die Gesundheitskompetenzen ihrer Kinder. Schlüsselpersonen verbreiten Wissen über die Gesundheit, bauen Ängste ab und vermitteln Kontakte. Seit der Durchführung des Pilotprojektes 2017 der Stiftung Berner Gesundheit, in dem
innerhalb von 3 Monaten rund 217 Kontakte hergestellt werden konnten und indirekt 290 Kindern erreicht werden konnten, hat sich die Zahl der Kontakte insgesamt auf über 600 erhöht und es konnten so fast 700 Kinder erreicht werden. Gerade auch in den vergangenen Wochen unter der Corona Situation haben
die Schlüsselpersonen ausserordentliches geleistet. Sie haben Wissen aufbereitet, Ängste abgebaut, Kontakt vermittelt, waren Ansprech-, Vertrauens- und Kontaktpersonen in dieser unsicheren Zeit.

Die Projektleiterin Beatrice Kriwanek koordiniert die Migram Gruppe und
unterstützt sie im Hintergrund. Daher gebührt Beatrice Kriwanek-Ruh stellvertretend für das ganze Team Migram diesen Preis!

Beatrice Kriwanek-Ruh und das Migram Team, Bern, Alterskategorie: über 30

39. Jeanne Allemann hilft Frauen und Mädchen klare Grenzen zu setzen

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

 Jeanne Allemann ist Sozialpädagogin, Wen-Do-Trainerin und Psychodrama-Leiterin. Sie bietet seit mehr als 25 Jahren in Bern Wen-Do-Selbstverteidigungs- und Empowerment-Kurse für Frauen und Mädchen an, damit sie sich körperlich und kommunikativ besser für ihre Rechte und ihre Integrität einsetzen können. Wen-Do ist eine körperliche und geistige Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungsart, welche in den 70er-Jahren von Frauen für Frauen entwickelt wurde. Jeanne Allemann versucht Wen-Do mit Psychodrama zu verbinden und dadurch den Betroffenen neue Verhaltensweisen und Handlungsstrategien nahe zu bringen. Einerseits arbeitet sie mit der Selbstbehauptung, der Körpersprache, der Gestik und der klaren und deutlichen Sprache, um erwünschte Grenzen im Alltag durchsetzen zu können. Andererseits vermittelt sie durch einfache körperliche Techniken eine alltägliche Sicherheit, die den Klientinnen wieder einen normalen Alltag ermöglichen.

Viele dieser Kurse richten sich an Frauen aus besonders verletzlichen Gruppen. Zu dieser Gruppierung gehören Frauen mit Beeinträchtigungen, mit Migrationshintergrund oder im Strafvollzug. Mit ihrer Arbeit leistet Jeanne Allemann dabei einen wichtigen Beitrag gegen sexuelle Übergriffe.

Jeanne Allemann bietet auch Frauennotschlafstellen an und hat ein Nottelefon errichtet. Des Weiteren leitet sie seit zwölf Jahren regelmässig Gruppentherapien in Suchtfachkliniken, wie auch Einzelberatungen für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen. Beim Coaching stehen die Bedürfnisse der unterschiedlichen Lebenssituationen im Vordergrund. Für all ihre Engagements gebührt ihr dieser Preis

Jeanne Allemann, Bern, Alterskategorie: über 30

40. Kanti-Schüler*innen bieten ehrenamtliche Deutschkurse
für Geflüchtete an

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Seit Mai 2017 gibt es an der Kantonsschule Wohlen das Projekt «Deutsch für Geflüchtete». Es wurde vom UNESCO-Team der Schule initiiert und wird von der Religionslehrperson Peter Lötscher geleitet. Es soll respektvolle Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten zwischen den Schüler*innen und Geflüchteten ermöglichen und insbesondere Hilfestellungen bei der sprachlichen Integration durch wöchentliche Deutschkurse und Konversation bieten. Nur dank dem wöchentlichen, zeitintensiven Engagement einer grossen Anzahl von freiwilligen Schüler*innen konnte dieses Angebot stets unentgeltlich aufrechterhalten werden. In der Corona-Zeit fand das Angebot online statt. Aus diesen Gründen verdient Fabia Büscher stellvertretend für alle Schüler*innen des Projekts «Deutsch für Geflüchtete» an der Kantonsschule Wohlen den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020.

Fabia Büscher und die Schüler*innen des Projekts "Deutsch für Geflüchtete", Aargau, Alterskategorie: unter 30

41. TERRE DES FEMMES Schweiz bekämpft Gewalt an Frauen und setzt sich für die Gleichstellung der Geschlechter ein.

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

TERRE DES FEMMES Schweiz ist eine feministische Organisation, die zu Gewalt an Frauen und für die Gleichstellung der Geschlechter arbeitet. Sie setzt sich dafür ein, dass Gewalt benannt, sichtbar gemacht und bekämpft wird. Dazu unterstützt TERRE DES FEMMES Schweiz Betroffene von Gewalt an Frauen, bildet Fachpersonen, sensibilisiert die Öffentlichkeit und leistet politische Arbeit. Sie setzt sich ein für ein selbstbestimmtes Leben aller Frauen und Mädchen – unabhängig von Geschlechtszuschreibungen, Aufenthaltsstatus, sexueller Orientierung, Religion, Klasse, Gesundheit oder anderen Faktoren.

Simone Eggler arbeitet seit 12 Jahren bei TERRE DES FEMMES Schweiz zu geschlechtsbezogener Gewalt und ist heute verantwortlich für die politische Arbeit. Für diese universelle und wertvolle Arbeit verdient Simone Eggler stellvertretend für die Organisation TERRE DES FEMMES Schweiz den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020!

Simone Eggler, Bern, Alterskategorie: über 30

42. Marino Galli: „Vo Ergendwo“ bietet eine Plattform für Begegnungen

Warum verdienen sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Der Deutschtreff des Vereins «Vo Ergendwo» wurde 2016 von Marino Galli, Alex Lehmann und Sinodos Bahta gegründet. Der niederschwellige Treffpunkt wird von jungen, freiwilligen Helfer*innen getragen und findet ein Mal pro Woche im Kulturhaus Tommasini in Lenzburg statt.

Das ursprünglich improvisierte Integrationsangebot hat sich über die Jahre zu einer vielseitigen Plattform für interkulturellen Austausch und Begegnung entwickelt. So führt der Verein nebst dem wöchentlichen Deutschtreff auch Feste und Ausflüge durch. Dabei steht der Spracherwerb und das Zurechtfinden in der Aufnahmegesellschaft stets im Vordergrund. Der Erfolg misst sich dabei nicht an einer hohen Zahl an Teilnehmenden, vielmehr steht eine hohe Qualität der Betreuung im Vordergrund. Im Bestreben, sich laufend an den Bedürfnissen der Teilnehmenden auszurichten, werden auch mal Stellen oder Wohnungen gesucht, Hausaufgabenhilfe oder Kinderbetreuung angeboten. Der Deutschtreff «Vo Ergendwo» ermöglicht respektvolle Begegnungen auf Augenhöhe sowie einen sozialen Austausch zwischen der Bevölkerung in Lenzburg und den Geflüchteten. Seit der Gründung sind so zwischen Geflüchteten und Helfer*innen auch nachhaltige Freundschaften entstanden. Dieses Angebot kann nur dank dem unermüdlichen Einsatz der Gruppe von 10-15 Freiwilligen unentgeltlich durchgeführt werden.

Für dieses Engagement gebührt Marino Galli stellvertretend für Alex Lehman, Sinodos Bahta und alle freiwilligen Helfer*innen von «Vo Ergendwo» dieser Preis!

Marino Galli von "Vo Ergendwo", Aargau, Alterskategorie: unter 30

43. Issa Abdullahi: ein
Brückenbauer zwischen den Kontinenten

 Warum verdient er den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Seit 2003 setzt sich Abdullahi Issa für die Integration von Ausländerinnen und Ausländer aus Afrika ein. Er ist der Gründer des Swiss African Forum SAF. Das Swiss African Forum wurde 2003 als Dachorganisation für die Interessen der in der Schweiz lebenden Menschen afrikanischer Herkunft gegründet. Der Verein führt verschiedene Veranstaltungen durch, welche die Integration fördern.

Issa Abdullahi und das Swiss African Forum sind auch mit NCBI Schweiz speziell verbunden: NCBI unterstützt ein Dialogprojekt des SAF mit verschiedenen Polizeicorps im Kanton Zürich inhaltlich und organisatorisch. Der Austausch zwischen Menschen afrikanischer Herkunft und Polizist*innen findet anlässlich von Diskussionsveranstaltungen, Weiterbildungen, aber auch ganz informell, zum Beispiel an einem Grillfest oder beim gemeinsamen Fussballspielen statt. So werden Vorurteile abgebaut und die manchmal herausfordernden Begegnungen im öffentlichen Raum verlaufen besser.

Für dieses Engagement hat Abdullahi Issa den Brückenbauer*innen Preis 2020 verdient.

Issa Abdullahi, Bern, Alterskategorie: über 30

44. Khaldoun Dia-Eddine ist Brückenbauer zur arabischen Welt

Warum verdient er den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Khaldoun Dia-Eddine leitet nicht nur das Zentrum für «Middle East and Africa Business» an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), sondern hat auch andere Positionen inne, in denen er sich für das Leben der Musliminnen und Muslime in der Schweiz und ihre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit einsetzt: er ist z.B. wissenschaftlicher Direktor des Museums der Zivilisationen des Islam in La-Chaux-de-Fonds, sitzt im Beirat des Islam-Zentrums der Universität Freiburg, und ist Vizepräsident der FIDS, der Föderation islamischer Dachverbände der Schweiz. Seine Position als Vorstandsmitglied von IRAS-COTIS ist ein Beispiel für seine interreligiösen Aktivitäten. Als eine leitende Figur bei der grössten muslimischen Dachorganisation in der Schweiz setzt er sich zusammen mit anderen für den Abbau von Vorurteilen und insbesondere von Muslim- und Judenfeindlichkeit ein. Er hat so wichtige Beziehungen innerhalb der muslimischen sowie mit der jüdischen Gemeinschaft aufgebaut die auch bei der Wanderausstellung vom NCBI-Projekt „Respect“ dargestellt werden. Zusammen erheben sie ihre Stimmen in der Öffentlichkeit und auch in kleineren Rahmen, um gegenseitiges Verständnis und ein friedliches Zusammenleben zu fördern. Das macht er mit Diplomatie und Mut, mit Humor und Einsicht und auch durch interkulturelle humoristische Publikationen. Deswegen hat Khaldoun Dia-Eddine den Brückenbauer*innen Preis 2020 verdient.

 

Khaldoun Dia-Eddine, Brugg Alterskategorie: über 30

45. Das Team vom eritreischen Medienbund will Vorurteile gegenüber Eritreer*innen in der Schweiz abbauen

Warum verdient er den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Das Team des Eritreischen Medienbund – bestehend aus Yonas Gebrehiwet, Christian, Fischer,
Giulia Satiro, Okbaab Tesfamariam, Ana Scheu, Senait Hadish, Rahel Dawit und Samira Amos – engagiert sich seit 2015 zu grossen Teilen freiwillig für Eritreer*innen in der Schweiz. Sie sind sehr unterschiedliche, engagierte und kluge Personen, die man sehr gerne kennen lernt. Der eritreische Medienbund ist ein großartiges Projekt, da er die Eritreer*innen in der Schweiz zu Wort kommen lässt. Oft wird nur über die Menschen mit Migrationsgeschichte gesprochen, sie werden aber kaum nach ihrer eigenen Meinung gefragt. Der Medienbund gibt diesen Menschen eine Stimme. Die Beteiligung in öffentlichen Diskussionen ist eine Form, die richtig genutzt Vorurteile abbaut, Verständnis und dadurch eine Form der Kontaktaufnahme ermöglicht.

Durch ihren Respekt und ihre Offenheit in der Arbeit mit eritreischen Menschen, motivieren sie viele ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen, schlagen aber auch viele Brücken in dem sie Journalist*innen bei Recherchen unterstützen, mit Fachstellen zusammenarbeiten, Eritreer*innen über Themen rund um Corona, Integration und Weiteres informieren und in Empowerment-Programmen weiterbilden.

Neben ihrer Arbeit in diesem Verein führen die Mitglieder*innen des Medienbund auch ein Familien-, Arbeits- oder Studentenleben und sind in diversen weiteren Vereinen und Projekten aktiv. Deswegen gebührt dem ganzen Team vom „eritreischen Medienbund Schweiz“ dieser Preis!

Yonas Gebrehiwet, Christian Fischer, Giulia Satiro, Okbaab Tesfamariam, Ana Scheu, Senait Hadish, Rahel Dawit und Samira Amos, Zürich Alterskategorie: unter 30

46. Schlüsselpersonen von Toolbox ermöglichen eine Brücke zwischen der Migrations- und der einheimischen Bevölkerung

Warum verdienen sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Die Integrationsfachstelle «Toolbox»  hat seit 2010 ein Netzwerk von 15 Schlüsselpersonen, die unentgeltlich gegen eine symbolische Entschädigung eine wichtige Funktion in der Integrationsarbeit im Kanton Aargau einnehmen. Schlüsselpersonen sind Migrant*innen, die über sprachliche und interkulturelle Kompetenzen der entsprechenden Herkunftsgemeinschaft verfügen, was bei den Gemeinden und NPOs nur zum Teil vorhanden ist. Ihnen kommt in der Integrationsförderung eine wichtige Brückenfunktion zu. Zudem sind sie mit den Lebensgewohnheiten der Schweiz wie auch des Herkunftslandes vertraut und in der Migrations- als auch in der Schweizer Bevölkerung gut vernetzt. Schlüsselpersonen werden eingesetzt, um die jeweilige Sprach- und Kulturgruppe anzusprechen und Migrant*innen beim Integrationsprozess zu unterstützen.

Sasha Stojmenovski ist seit 10 Jahren ehrenamtlich bei der Toolbox tätig. Er übersetzt auf Mazedonisch und Bulgarisch bei Elterngesprächen in der Schule sowie bei Beratungsgesprächen in der Toolbox. Sasha Stojmenovski ist neu auch OK-Präsident des Festes „Begegnung der Kulturen“, welches alle zwei Jahren stattfindet und im Schnitt 2000 Besucher anzieht.

Kerly Fontanive ist auch seit 10 Jahren ehrenamtlich bei der Toolbox tätig. Sie übersetzt auf Spanisch bei Elterngesprächen in der Schule sowie bei Beratungsgesprächen in der Toolbox. Kerly nimmt regelmässig an Elternabenden der Schule sowie an Informationsveranstaltungen teil. Sie engagiert sich aktiv für Projekte, die in Zusammenarbeit mit der Toolbox entstanden sind.

Die Schlüsselpersonen bei Toolbox haben für ihre zahlreichen Projekte, Infoveranstaltungen und Beratungsgespräche diese Ehrung als Anerkennung ihres Engagements verdient. Deswegen gebührt Sasha Stojmenovski und Kerly Fontanive als vorbildliche Brückenbauer*innen stellvertretend für alle Schlüsselpersonen von Toolbox diesen Preis!

Sasha Stojmenovski und Kerly Fontanive stellvertetend für alle Schlüsselpersonen bei Toolbox, Aargau, Alterskategorie: über 30

47. Josephine Niyikiza begeistert Menschen

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Seit über 10 Jahren engagiert sich Josephine Niyikiza für die Integration von Menschen. Sie ist eine bemerkenswerte Frau. Sie hat zum Beispiel eine afrikanische Frau unterrichtet, die Analphabetin war. Sie sieht die Herausforderungen, sucht nach Lösungen, begeistert Menschen mitzuhelfen – so entstand auch der «Afrika-Verein» und ganz neu das «love4all»-Projekt. 2014 hat Josephine Niyikiza den Afrika Verein Rapperswil-Jona gegründet. Der Verein fördert die Integrationsbemühungen von Menschen afrikanischer Herkunft, die in der Schweiz leben.

Josephine Niyikiza ist immer an der Basis, verliert nie den Kontakt zu den Menschen und setzt sich für sie ein. Für ihr Engagement verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020.

Josephine Niyikiza, Rapperswil-Jona SG, Alterskategorie: über 30

48. Madeleine Greutner fördert die Integration von Menschen mit afrikanischem Hintergrund

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Frau Madeleine Greuter ist Vorstandsmitglied und engagiert sich im Afrikaverein Rapperswil-Jona. Der Afrika Verein Rapperswil-Jona fördert die Integration von Menschen mit afrikanischem Hintergrund. Der Verein sucht aktiv Lösungswege zum gegenseitigen Verständnis verschiedener Kulturen und unterstützt das gesellschaftliche Zusammenleben, besonders auch den Austausch zwischen Ausländer*innen und Schweizer*innen. Durch verschiedene Aktivitäten fördert der Verein die Integrationsbemühungen von Menschen afrikanischer Herkunft, die in der Schweiz leben. Er versteht sich als Plattform für den Austausch und das gegenseitige Verständnis und nimmt daher eine Brückenbauerfunktion ein. Für diesen Einsatz gebührt Madeleine Greuter stellvertretend für den Afrika Verein Rapperswil-Jona dieser Preis.

Madeleine Greuter, Rapperswil-Jona SG, Alterskategorie: über 30

49. Judith Bühler lebt für das Zusammenleben

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Judith Bühler gründete während ihres Studiums den Verein JASS mit. Die Idee zu JASS entstand nach einem Leistungsnachweis in wissenschaftlichem Schreiben, in welchem sie sich mit Muslimfeindlichkeit in der Schweiz befasste. Die vertiefte Auseinandersetzung brachte sie auf die Idee, einen Verein für Toleranz und damit für eine inklusive Gemeinschaft zu gründen. Außerdem veranstaltet Judith seit 2001 kulturelle und soziale Events in der ganzen Deutschschweiz. Nebst ihrer Teilzeitarbeit bei JASS leitet Judith den Fachbereich Integration der  Region Baden. Ausserdem ist sie Vizepräsidentin von NCBI, Gastdozentin an der ZHAW und engagiert sich punktuell ehrenamtlich in verschiedenen Organisationen, welche sich für das Miteinander in unserer Gesellschaft einsetzen.

Judith Bühler setzt sich beruflich und ehrenamtlich dafür ein, die Gesellschaft besser zu machen. Sie fördert junge Erwachsene in der Realisation ihrer Projekte durch ihre Fachleitung bei JASS, baut Vorurteile ab und engagiert sich im Rahmen ihrer Tätigkeit als Dozierende für ein besseres Zusammenleben ein. Bei ihr steht der Mensch im Fokus. Für ihr Engagement und ihre Arbeit verdient sie den Brückenbauer*innen-Preis 2020.

Judith Bühler, Zürich, Alterskategorie: über 30

50. Shahbano Momand „Grosser Einsatz und viel Herz für Asylsuchende.“

Warum verdient sie den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Shahbano Momand ist seit knapp zwei Jahren im Bistro Interculturel Nidwalden aktiv. Sie nimmt an den Deutschtreffen teil und ist aktiv bei den «femmes-Tischen» auf Dari dabei. Sie unterstützt Personen ihrer Muttersprache, indem sie sie begleitet und für sie dolmetscht. Bei Austauschtreffen äussert sie proaktiv Ideen für Bistro-Aktivitäten und kocht ab und zu auch bei einem Anlass.

Das Bistro Interculturel Nidwalden fördert durch die Organisation von Begegnungen, Treffen und Bildungsveranstaltungen das Verständnis zwischen Personen mit unterschiedlichster Herkunft. Die Engagierten im Bistro Interculturel Nidwalden leisten mit viel Herzblut einen grossen Einsatz für und mit Menschen mit Migrationsgeschichte und deren Akzeptanz an ihrem neuen Wohnort. Das ist gerade in einem ländlichen Kanton wie Nidwalden sehr wichtig. Für diese wertvolle Arbeit verdient Shahbano Momand stellvertretend für das Bistro Interculturel den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020!

Shahbano Momand, Nidwalden, Alterskategorie: über 30

51. Naveed Khan engagierte sich als Präsident von UMMAH für junge Muslim*innen in der Schweiz

Warum verdient er den NCBI-Brückenbauer*innen-Preis 2020?

Naveed Khan war bis Ende letzten Jahres Präsident von UMMAH, Muslimische Jugend Schweiz. Das UMMAH-Team engagiert sich als Verein von Jugendlichen verschiedener Herkunft aus der Region Zürich und bietet eine Plattform, auf der sich junge Muslim*innen gegenseitig kennenlernen, austauschen, unterstützen und über ethnische Grenzen hinaus zusammenkommen können. UMMAH engagiert sich auch im interreligiösen Dialog und hat muslimisch-jüdische Dialogveranstaltungen – auch mit dem NCBI-Projekt „Respect“ organisiert. Der Verein versteht sich als schweizerisch-muslimische Glaubens- und Arbeitsgemeinschaft von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich für Jugendliche, Frauen und Männer einsetzt. Er will vor allem als Vernetzungsplattform für junge Muslim*innen in der Schweiz dienen und deren Interessen und Anliegen wahrnehmen, bündeln und sich dafür einsetzen. Gleichzeitig dient der Verein als Ansprechpartner für Organisationen, Unternehmen, Universitäten, Schulen und Behörden bei Anliegen, Fragen und Problemen bezüglich Jugend und Islam. Als muslimische Schweizer*innen ist für UMMAH das Vermitteln von relevantem Wissen über den Islam in deutscher Sprache essenziell. Für seine langjährige Arbeit als Präsident des Vereins verdient Naveed Khan stellvertretend für alle Personen, die bei UMMAH tätig waren und es noch sind, den Brückenbauer*innen Preis 2020.

Naveed Khan, Zürich, Alterskategorie: unter 30