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migrant friendly hospital

Auf der Grundlage der Amsterdamer Erklärung (pdf-Format, 520 KB) lancierte H+ , der Schweizer Verband der Spitäler, 2003 mit Unterstützung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) das Programm "migrant friendly hospitals" (mfh), um die Situation der PatientInnen mit Migrationshintergrund in Spitälern zu verbessern. Ein Aspekt von mfh besteht darin, Pilotprojekte in verschiedenen Bereichen zu ermutigen.

NCBI Schweiz entwickelt in Zusammenarbeit mit interessierten Spitälern ein Pilotprojekt zur Qualitätssicherung im Bereich „Migration“. In den USA arbeitet NCBI International mit verschiedenen Spitälern. Jetzt möchte NCBI Schweiz ein für lokale Verhältnisse angepasstes Programm entwickeln und anbieten.

Unter diesem Link können Sie sich mit einem Fallbeispiel zur Thematik auseinandersetzen und Lösungsvorschläge von NCBI Schweiz kennen lernen.

Zu diesem Programm ist der folgende Zeitungsartikel erschienen:
- Migrant friendly hospitals in der Rehabilitation, Ergotherapie 10/2006 (pdf-Format, 44 KB)


Leitsätze des Konzepts


1. Existierende Ressourcen der MitarbeiterInnen mobilisieren
In jedem Spital gibt es MitarbeiterInnen in jeder Berufsgattung und auf jeder Stufe, die besonders begabt und daran interessiert sind, konstruktiv und aktiv mit kultureller Differenz umzugehen. Diese MitarbeiterInnen sind die wichtigste Ressource für ein mfh-Programm zur Qualitätssicherung im interkulturellen Bereich. Wenn diese Ressourcen mobilisiert werden können, wird ein wirksames und effizientes Programm entstehen.

2. Interkulturelle Missverständnisse und Spannung präventiv angehen
Im Alltag im Spital gibt es viele Situationen, in denen kulturelle Werte, Vorurteile und Stereotypen den zwischenmenschlichen Kontakt und deshalb die Qualität der Pflege beeinflussen: Familienbesuch, Zimmereinteilung, Kommunikation (z.B. Augenkontakt, Wortwahl, Stimme, Emotionen), intime Pflege, Geschlechterrollen usw.) Wenn sich Menschen aus verschiedenen Kulturen begegnen – insbesondere in einer emotional geladenen und verletzlichen Situation wie im Umgang mit Krankheit – entstehen Missverständnisse und eskalierende Konflikte, worauf MitarbeiterInnen im Gesundheitswesen vorbereitet werden sollen: zum Wohl der PatientInnen und ihrer Gesundheit sowie zum Wohl der MitarbeiterInnen.

3. Ohne grosse Zusatzbelastung
SpitalmanagerInnen und -mitarbeiterInnen sind voll belastet. Es braucht ein Konzept ohne grosse Zusatzbelastung, das von der Leitung völlig unterstützt wird und das Qualitätssicherung als Querschnittaufgabe behandelt. Allmählich sollen alle MitarbeiterInnen auf diese Themen sensibilisiert werden.

4. Qualitätssicherung und KlientInnenorientierung
Jede Berufsgattung soll erkennen, dass sie eine Rolle im mfh-Programm haben, weil interkulturelle Fertigkeiten zur Qualitätssicherung und zur Klientenorientierung gehören.

5. Interkulturelle Kommunikation als Grundsatz für transkulturelle Pflege
Es bestehen fachliche, ethnisch spezifische Fragen zur transkulturellen Pflege. Wenn MitarbeiterInnen Kompetenzen der interkulturellen Kommunikation und Konfliktlösung haben, werden sie eher tendieren, zu erkennen wann und wie sie fallspezifische Informationen beziehen sollen.


Programmleitung: Ron Halbright
NCBI Team mfh: Carmelita Boari, Andi Geu, Salman Naqvi, Anna Paula Sardenberg

Hier erfahren Sie mehr zu unserem Angebot für Spitäler.

Im Gesundheitswesen bietet NCBI Schweiz auch den telefonischen Dolmetschdienst TeleLingua an. Mehr Infos...


Informationen zu anderen NCBI Programmen im Bereich Chancengleichheit finden Sie hier.



 


 

last update: 24. Juni 2008, webmaster