Begegnungen

Wo persönliche Erfahrungen und Beziehungen fehlen, haben Fehlinformationen und Vorurteile mehr Platz. Spannungen um den Islam richten sich heutzutage hauptsächlich auf den Alltag und Themen wie Frauenrechte, Kopftuch, Schweinefleisch, Schwimmen und Alkohol zu. Im aktuellen Angebot werden solche Fragestellungen rund ums Thema „Unterschiede“ partizipativ aufgegriffen.

Wir bieten Workshops, Begegnungen und partizipative Ausstellungen an zum Thema: „Andere Sitten, andere Menschen? Musliminnen und Muslime in der Schweiz“ – Welcher Unterschied macht (k)einen Unterschied


Begegnungen, Workshops und Ausstellungen für Erwachsene und Jugendliche in Vereinen, Kirchen, Schulen,Kultur- und Integrationsorganisationen

NCBI plant mit Ihnen gerne eine Veranstaltung  inklusive Plakat-Ausstellung Ihrer Region – für Ihre Organisation oder zusammen mit anderen Organisationen. Die Programme können für Erwachsenen- oder Jugendgruppen adaptiert werden:

  • Halbtagsworkshop oder Abendveranstaltung 2.5 – 3.5 Std.
  • Ganztägiger Workshop ca. 6 Std.

Zur Verankerung der Workshops im lokalen Umfeld werden vor- oder nachher kleine lokale partizipative Ausstellungen vorgesehen. NCBI bietet Beratung und stellt folgendes Vertiefungsmaterial ohne Zusatzkosten zur Verfügung:

  • Plakat-Schau zum Thema: Welcher Unterschied macht (k)einen Unterschied, 8 Plakate im A2-Format
  • Fragebögen für die Durchführung lokaler Befragungen

Inhalt der Veranstaltungen:

  • Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es zwischen muslimischen und nichtmuslimischen Menschen in der Schweiz?
  • Warum betrachten Muslim_innen manche Alltagsthemen anders?
  • Was denken Muslim_innen über das Tragen von Kopftüchern, Alkoholkonsum, Frauenrechte usw.?
  • Welche Stellenwert haben Religion und Ritual bei Muslim_innen?
  • Wie leben Muslim/innen in der Schweiz?
  • Was würde es für Muslim_innen bedeuten, manche übliche Sitten in der Schweiz zu übernehmen?

Oft werden Fragen tabuisiert und Vorurteile verbreitet. In unseren Programmen können sich nichtmuslimische und muslimische Menschen in einem sicheren Rahmen begegnen, Fragen stellen und Fehlinformationen oder Vorurteile gegenüber Musliminnen und Muslimen reflektieren.

Die Veranstaltungen werden von einem erfahrenen interreligiösen Team geleitet.

zum Faltblatt mit weiteren Infos (292 kB)


Die folgenden Partnerorganisationen unterstützen diese Bemühungen (Stand 1. Juli 2010)

Falls Ihre Organisation daran interessiert ist, das Projekt als Partnerorganisation zu unterstützen, nehmen Sie bitte mit Danila Oppliger Kontakt auf.

Telefon 062 296 00 50 oder E-Mail daniela.oppliger(at)ncbi.ch


Das Projekt beinhaltet folgende drei Elemente:

Begegnungs-Veranstaltungen

Unsere Erfahrungen nach vielen solchen Veranstaltungen zeigen, dass eine reine „Wissensvermittlung“ durch ein öffentlich aufgeheiztes Klima erschwert wird. Es braucht einen sicheren Rahmen, um eine menschliche Begegnung zu fördern.
Das Ziel dieser Veranstaltungen ist es deshalb, dass nichtmuslimische Leute muslimische Mitmenschen kennen lernen, ihnen Fragen stellen und begegnen können. Dafür ist es wichtig, die Hindernisse einer Begegnung zu thematisieren: Vorurteile, feindliche Einstellungen, Missinformationen.
Durch lebendige Übungen schaffen wir eine sichere Atmosphäre, in der man die Distanz gegenüber Fremden betrachtet und zu verstehen lernt. Vorurteile und Ängste können angesprochen und abgebaut werden. Die Teilnehmenden lernen, wie Verletzungen, Fehlinformationen und Ohnmachtsgefühle mit feindlichen Einstellungen zusammenhängen. Es wird geübt, solche Einstellungen aufzulösen, abwertende Bemerkungen und Handlungen zu erkennen und sie bei sich selbst und anderen im Alltag kreativ zu unterbrechen.

Programm (ca. 3 Stunden*) – Schwerpunkte:

  • Einführung in die aktuelle Situation inklusiv Themen wie Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung
  • Teilnehmende haben die Möglichkeit, Fragen zu formulieren
  • Musliminnen und Muslime erzählen aus ihrem Leben in der Schweiz, ihrem religiösen Alltag und von ihrer Herkunft.
  • Verbündetenarbeit: Teilnehmende entwickeln Möglichkeiten, wie sie sich im Alltag gegen Diskriminierung von Muslim/innen einsetzen können

Zuerst steht die Vielfalt von Identitäten im Blickpunkt: eigene und fremde Gruppenzugehörigkeiten werden wahrgenommen (Religion/ Nationalität). Fragen über die Rolle der eigenen und fremden Religionszugehörigkeiten werden angeschaut.
Danach wird der Austausch zwischen nichtmuslimischen und muslimischen Teilnehmenden vorbereitet.
Die nichtmuslimischen Teilnehmenden reflektieren ihre Bilder und Informationen, die sie über Muslim/innen mitbekommen haben, sowie die damit verbundenen Gefühle. Anschliessend werden Fragen an die Muslim/innen formuliert.
Die Muslim/innen reflektieren ihre Bilder und Informationen über Nichtmuslime sowie über andere Muslim/innen. Sie überlegen sich, was sie den Anwesenden aus ihrem Erleben, ihrer Kultur, ihrer Religion erzählen möchten.
Im nächsten Teil werden die gesammelten Fragen von den Muslim/innen beantwortet. Dabei lernen die Teilnehmenden die Vielfalt der Musliminnen und Muslime und des Islams kennen, und sie erfahren mehr über das Leben von Muslim/innen in der Schweiz. Sie werden so für diskriminierende Haltungen und Handlungen in alltäglichen Situationen sensibilisiert.
Zum Schluss geht es darum, wie man sich als Verbündete für Muslim/innen gegen deren Diskriminierung einsetzen kann. Möglichkeiten dafür werden vorgezeigt und in Kleingruppen gesammelt.

Die Programme werden in der Regel von einer nichtmuslimischen und zwei muslimischen Personen (eine Frau und ein Mann verschiedener Herkunft) geleitet.

  • Auch längere Programme von ca. 6 Stunden mit weiterer Vertiefung insbesondere für Multiplikator/innen, Lehrpersonen usw. werden angeboten.

 

Verbündetenarbeit

Verbündetenarbeit mit muslimischen und nichtmuslimischen Personen und Organisationen. Nichtmuslimische Personen lernen in den durchgeführten Workshops, wie sie Muslim/innen konkret unterstützen können, wenn diese mit Vorurteilen konfrontiert werden. So werden muslimische und nichtmuslimische Personen vom Team vorbereitet, um auch in heissen Situationen konstruktiv zu handeln, z.B. in Statements zu den Medien oder an Podiumsdiskussionen über den Islam in der Schweiz.

 

Öffentlichkeitsarbeit

Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der Anlässe und vor allem in Hinblick auf die öffentlichen Veranstaltungen: Durch Medienmitteilungen, Interviews und Reportagen in der lokalen allgemeinen und Fachpresse, in lokalen TV- und Radiosendern wollen wir die Bevölkerung auf das Projekt aufmerksam machen und zur Teilnahme an Veranstaltungen sensibilisieren.


Zu diesen Veranstaltungen sind die folgenden Zeitungsartikel erschienen


Kontakt und weiteren Informationen

Projektleitung: Ron Halbright, Ko-Geschäftsleiter NCBI Schweiz
Projektkoordination: Ani Hulaj, Nathalie Bayard
Programmberatung : Nina Hössli, Aufbau und Leitung der Kampagne gegen Islamophobie

E-Mail anderesitten(at)ncbi.ch


Die Begegnungen im Rahmen des Projekts „Minarett, Kopftuch und andere Fragen“ werden unterstützt durch

 

Fachstelle für Rassismusbekämpfung FRB

 

Die Jury des Internationalen Menschenrechtsforums Luzern (IHRF) an der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz hat unser Projekt als eines von 3 Finalisten für den IHRF-Förderpreis 2009 ausgewählt. Anlässlich des Internationalen Menschenrechtsforums vom 5./6. Mai in Luzern wurde „Minarett, Kopftuch…und andere Fragen“ der 1. Preis verliehen.
Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung für unsere Arbeit für Menschenrechte und gegen Diskriminierung!

IHRF Siegerprojekt 2009

zur Website des IHRF


Weitere Angebote von NCBI in diesem Bereich

Seit mehreren Jahren haben wir Erfahrung im Abbau von Vorurteilen gegen Muslim/innen und konnten schon einiges erreichen. Unter dem Titel „Musliminnen und Muslime in der Schweiz – Programm gegen Islamophobie“ wurde unter der Leitung von Nina Hössli bereits eine Reihe von Veranstaltungen durchgeführt.
Um Islamophobie zu thematisieren, wurde eine Postkarte gedruckt. weiter erschien im November das Buch „Muslimische Kinder in der Schule: As-salamu alaikum. Informationen, Praxistipps und Ideen für den Unterricht“. Dieses kann bei NCBI Schweiz bestellt werden.

zur Postkarte (1 MB)
zu weiteren Infos über das Buch
zum Bestellformular

Zudem organisierte NCBI Schweiz bisher in Zürich, Bern, Zug und Baden vier Diskussionsveranstaltungen mit namhaft besetzten Podien von Fachleuten, die sich zur Thematik des Buches äusserten. Hier können Sie zwei Zeitungsartikel herunterladen, die einen Einblick geben in die Lebensumstände von Schweizer Muslimen und Musliminnen: