Wenn Herr Müller Frau Obradovic berät

Werkstatt für die Beratung von Migrantinnen und Migranten in der Sozialen Arbeit

Mittwoch, 29. März 2017, 13:30-17:30 Uhr
Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW,
Von Roll-Strasse 10, 4600 Olten

Ausgangslage

Die Schweiz ist ein Einwanderungsland mit einem hohen ausländischen Bevölkerungsanteil. Dies ist ein Faktum, dem nahezu alle zustimmen. Die Gruppe der Migrant/innen stellt eine Minderheit dar, die auf unterschiedlichen Ebenen benachteiligt wird. Dies führt dazu, dass Klient/innen mit Migrationshintergrund in der Sozialen Arbeit – sei es in Sozialdiensten, im Gesundheitsbereich oder in der Schule – überrepräsentiert sind. Die Soziale Arbeit ist deshalb in ihrem Tätigkeitsfeld direkt und indirekt mit migrationspezifischen Fragestellungen konfrontiert. Sie thematisiert die Ursachen der Probleme der Migrant/innen und setzt sich für ihre gerechte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ein.

Die Problemdefinition ist dabei zentral, da erst auf ihr basierend adäquate Lösungsstrategien entwickelt werden können. Individuelle Problemlagen können nun eindimensional als kulturell bedingt betrachtet werden – dies kommt in der aktuellen öffentlichen Debatte häufig vor. Das aber bringt die Gefahr mit sich, dass die strukturelle Dimension sowie andere Dimensionen eines Klienten, einer Klientin, aus dem Blick verschwinden, und eine herausfordernde Problemlage ausschliesslich mit der Kulturdifferenz erklärt wird. Diese Verengung des Blicks kann dazu führen, dass in der Beratung zu wenig nachhaltige gemeinsame Lö- sungsstrategien erarbeitet werden.

Dies kann noch verstärkt werden, wenn die Auseinandersetzung mit sowie die Entwicklung von transkulturellen Kompetenzen innerhalb einer Institution ausschliesslich als individuelle Aufgabe betrachtet wird. Damit transkulturelle Kompetenz sich innerhalb einer beratenden Institution der Sozialen Arbeit festsetzt und bei den Beratenden individuell gefördert werden kann, muss dieses Thema auch als Leitungsaufgabe im Rahmen der Organisationsentwicklung betrachtet werden.

Aufbau der Veranstaltung

An dieser Weiterbildungsveranstaltung werden Fachpersonen aus dem Sozialbereich in einem ersten Teil mittels Referaten für die Thematik sensibilisiert. Im zweiten Teil der Veranstaltung erhalten sie in interaktiven Einzel- und Gruppenarbeiten Inputs für die praktische Umsetzung des Gelernten in ihrem Berufsalltag. Die Weiterbildungsveranstaltung wird als eine Anstossveranstaltung konzipiert. Die Teilnehmenden werden ermutigt, die erhaltenen Inputs als Multiplikator/innen in ihre Teams zurückzutragen. So können – wo dies als hilfreich erachtet wird – individuell zugeschnittene, teaminterne Weiterbildungen zur Thematik angeboten werden.

Angesprochen…

… sind Fachpersonen aus dem Sozialbereich – es kann sich dabei um Mitarbeitende bei Sozialdiensten, um Schulsozialarbeitende oder um Mitarbeiter/innen bei Fach-, Präventionsund Beratungsstellen handeln.

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