Keine Daheimnisse

Angebot für SEMO

Das Ziel

Mit „Keine Daheimnisse!“ lanciert NCBI Schweiz ein partizipatives Jugendprojekt, um das Thema Körperstrafen mit Kindern und Jugendlichen konstruktiv anzugehen. In Ergänzung zur Arbeit anderer Organisationen mit Eltern werden in diesem Projekt Kinder und Jugendlichen zu Wort kommen. Das Projekt fördert die Auseinandersetzung mit dem Thema und sensibilisiert Kinder und Jugendliche dafür, dass Körperstrafen nicht in Ordnung sind.

Seit 2011 konnten mehr als 20 lokale Projekte erfolgreich durchgeführt werden (siehe Bericht 2011 – 2012 im nächsten Kapitel).
Dank der Unterstützung des Schweizerischen Fonds für Kinderschutzprojekte können weitere lokale Projekte mit wissenschaftlicher Begleitung durchgeführt werden.


Das Projekt: Kinder- und Jugendgruppen gesucht

Es werden Kinder- und Jugendgruppen der offenen, verbandlichen und kirchlichen Jugendarbeit, Schulklassen, Peacemakergruppen etc. aus der Deutschschweiz gesucht, die daran interessiert sind, sich in Form eines lokalen Projekts zu beteiligen. Mit Unterstützung von NCBI werden Aktivitäten geplant, um Kinder und Jugendliche in die Auseinandersetzung mit dem Thema zu führen. Als Einstieg werden alle den von NCBI geleiteten Workshop „Keine Daheimnisse! Wir sprechen über Körperstrafen“ besuchen. Danach führen die Jugendlichen als feste Projektbestandteile Interviews mit verschiedenen Personen und gestalten ihren eigenen Flyer. So werden „Daheim-Geheimnisse“ angesprochen. Anlässlich eines lokalen Events werden die erarbeiteten Inhalte vorgestellt und so auch die lokalen Bevölkerung angesprochen und sensibilisiert. Indem die Kinder und Jugendlichen ihre Meinungen und Ideen nach aussen präsentieren, tragen sie ein Stück weit zur Enttabuisierung des Themas bei.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website des Projekts oder im Bericht für den Zeitraum von 2011 bis 2012 (das Projekt wird weitergeführt).

zur Website des Projekts
zum Bericht 2011 – 2012 (242 kB)

Folgende Artikel geben einen guten Einblick, wie ein lokales Projekt aussehen kann:


Die Hintergrundinformationen

In 21 europäischen Ländern existiert ein gesetzliches Verbot von körperlichen Bestrafungen, seelischen Verletzungen und anderen entwürdigenden Massnahmen gegenüber Kindern und Jugendlichen. Obwohl die Schweiz die UNO-Kinderrechtskonvention, welche die Vertragsstaaten dazu verpflichtet, Kinder vor jeglicher Form körperlicher Gewaltanwendung zu schützen, ratifiziert hat, gibt es bisher keine erfolgreichen Bemühungen, diesen Grundsatz auch im Schweizerischen Gesetz zu verankern. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Häufigkeiten von körperlicher Gewalt in der Erziehung in Ländern mit einem gesetzlichen Verbot deutlich abgenommen haben. Dies ist in erster Linie auf die Präventions- und Aufklärungsarbeiten zurückzuführen, welche gleichzeitig mit der Gesetzeseinführung getätigt wurden.

Der Zusammenhang zwischen dem Erleben von körperlicher Gewalt in der Kindheit und Jugend und späterer Gewalttätigkeit gegen sich selbst und andere ist wissenschaftlich belegt. Umso wichtiger ist es, die Selbstbehauptungskompetenzen der Kinder und Jugendlichen im Umgang mit vermuteten, erlebten oder beobachteten Körperstrafen zu stärken. Sie müssen wissen, dass Hilfe in Anspruch genommen werden kann und dass Lösungen gefunden werden können, ohne dass Familien auseinandergerissen werden müssen.


Broschüre mit Erfahrungsberichten von Betroffenen

NCBI Schweiz freut sich, im Rahmen des Projekts „Keine Daheimnisse – erhebe deine Stimme gegen Körperstrafen und hole Hilfe!“ die Publikation einer Broschüre mit Erfahrungsberichten von Betroffenen und Hintergrundinformationen zur Thematik anzukündigen. Die Fragen und Kommentare, welche die Berichte abschliessen, unterstützen die Bearbeitung der Texte und der Thematik mit Jugendlichen.  Exemplare der Broschüre können ab sofort kostenlos über das Kontakformular auf www.daheimnisse.ch oder per Mail an anina.mahler[at]ncbi.ch bestellt werden.

zum Kontaktformular auf daheimnisse.ch

Nach wie vor werden Kinder- und Jugendgruppen gesucht, welche daran interessiert sind, in Zusammenarbeit mit NCBI Schweiz ein Gruppenprojekt zum Thema Körperstrafen zu starten. Dank Subventionen von Bund und Kantonen ist dies kostenlos.


Die Steuergruppe

Das Projekt wir von einer Steuergruppe begleitet. Diese beurteilt, wo angebracht mit Einbezug externer Fachpersonen, jede Phase des Projekts, trifft sich zu regelmässigen Sitzungen und bleibt im gegenseitigen Austausch, so dass Optimierungen und Verlaufsanpassungen auch während des Projekts vorgenommen werden können. Wir sind auf der Suche nach Personen, welche daran interessiert sind, dieser Gruppe anzugehören und mitzudenken.


Die Partner

NCBI konnte verschiedene Organisationen dafür gewinnen, die Projektidee zu unterstützen. Das Projekt ist so breit abgestützt und kann durch die Mitarbeit verschiedener Organisationen noch mehr Wirkung erzielen. Wir sind auch weiterhin auf der Suche nach neuen Partnerorganisationen und Sponsoren, welche an der Projektidee und an einer Zusammenarbeit interessiert sind. Mit folgenden Partnerorganisationen wird bereits zusammengearbeitet:

  • Kinderschutz Schweiz
  • SAJV (Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände)
  • infoklick
  • Jungwacht Blauring
  • CEVI
  • Pfadibewegung Schweiz
  • Juseso Verein
  • Basler Freizeitaktion
  • Contact Netz
  • Wen-Do Bern
  • Schweizerisches Institut für Gewaltprävention (SIG)

Stimmen zum Projekt

Ich schämte mich dafür, geschlagen zu werden, denn ich wusste nicht, dass Kinder Rechte haben.

– Jelena aus der Broschüre mit Erfahrungsberichten

Unterstützer

 

IHRF (Keine Daheimnisse erhielt den IHRF Förderpreis 2011)

 

Kontakt

Madleina Brunner Thiam

Telefon 079 666 42 00 oder E-Mail madleina.brunner(at)ncbi.ch