Bausteine von NCBI-Fairness

Das Programm «Fairness» wirkt auf verschiedenen Ebenen und besteht aus verschiedenen Bausteinen:

 


Vorarbeiten

Wir stellten eine Gruppe von Fachpersonen zusammen, welche mit dem Thema vertraut sind, und bezogen interessierte Schlüsselpersonen aus Mediatonskursen mit ein. Diese Gruppe begleitet das Projekt weiterhin und hilft mit, ein breites Netz von Interessierten und Betroffenen zu bilden.
Mittels Interviews, Fragebögen und direkten Kontakten stellten wir eine Dokumentation von Wahrnehmungen und Erfahrungen zusammen.


Fairness-Hearings

Das NCBI- Fairness Team hat im Rahmen des Projektes bis heute drei Hearings zwecks Erfahrungsaustausch organisiert: Diese Hearings boten den betroffenen Jugendlichen und ihren Eltern sowie den interessierten Lehrkräften und Fachpersonen die Möglichkeit, ihre Meinung zum Thema zu äussern, Erlebnisse weiterzugeben und Vorschläge einzubringen. Die Offenheit, der Respekt, die Toleranz und die Vernetzung von nicht gleich denkenden Teilnehmer/innen unter einander war toll. Unser interkulturelles Apéro stiess auf Begeisterung.

Alle drei Hearings wurden von der Fairness Fach- und Kontaktgruppe, die sich aus Migrant/innen, Lehrmeister/innen, Lehrkräften, Berufsberater/innen und anderen am Thema interessierten Fachleuten zusammensetzt, sorgfältig vorbereitet.


Fairness-Buch

Aus den oben erwähnten Erfahrungsberichten ist ein umfassendes, beeindruckendes entstanden, welches im November 2004 im K2-Verlag erschienen ist. Viele junge Menschen hatten den Mut, von ihren Erlebnissen zu erzählen – kurz und bündig oder etwas ausführlicher. Doch auch Eltern und Lehrkräfte berichten von ihren Erfahrungen und ihren Sorgen. Das Buch, welches für die Arbeit mit Jugendlichen gut geeignet ist, ist mit einigen treffenden Illustrationen bestückt.

Daneben gibt es erläuterte Statistiken, die von wissenschaftlicher Seite her aufzeigen, dass die Diskriminierung von fremdländischen Jugendlichen nach wie vor stark vorhanden ist. Dem gilt es entgegen zu wirken. Dies meint auch Regierungsrätin Regine Aeppli, wenn sie im Vorwort uns alle dazu auffordert, dass «mehr Weitsicht und mehr Fairness gefragt» ist.

Das Buch kann gegen Rechnung bei NCBI bestellt werden.

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zu einem Artikel über das Buch (393 kB)


doCH möglich – durchkommen ohne CH-Herkunft ist möglich

Für jugendliche Migrant/innen sind die Schule und die Lehrstellensuche sehr wichtig – und manchmal sehr schwierig. Zu viele setzen ihre Ausbildungsziele zu tief an, geben auf, verstehen nicht, was für sie doCH möglich ist. Wenn sie demotiviert werden, ist der Misserfolg vorprogrammiert. Ihnen fehlen Vorbilder, jugendliche Migrant/innen, die sich realistische Ziele gesetzt, sich eingesetzt, Hürden überwunden und Erfolg gehabt haben.

Die als Vorbilder geschulten jungen Erwachsenen aus der Türkei, dem Kosova, Brasilien, Bosnien-Herzegowina, Chile, Italien, Ungarn, Serbien-Montenegro, dem Iran und anderen Ländern motivieren in Schulen oder Jugendtreffs Jugendliche mit ihren eigenen Geschichten und Erfahrungen, weil sie vor kurzer Zeit das gleiche erlebt haben: hundert Bewerbungen und nur Absagen, niemand der an sie glaubt… Diese jungen Menschen sind aus ihrer eigenen Erfahrung heraus motiviert, andere Jugendliche zu motivieren.

doCH möglich ist in den Regionen Bern und Zürich aktiv.

zu weiteren Infos über dieses Angebot


Fairness-Beratungsstelle

Die Beratungstelle «Fairness» wurde am dritten Hearing öffentlich vorgestellt. Sie hat ab dann bis Februar 2006 (als ihre Täigkeit eingestellt werden musste) mehr als 60 Fälle betreut. Die Anrufenden waren zunächst primär betroffene Jugendliche oder deren nahe Bezugspersonen (Eltern, Psychologin), die Unterstützung suchten. Am Anfang ging es fast immer um die Lehrstellensuche, dann kamen zunehmend Fälle dazu, die die Schulselektion und die Kleinklasseneinteilung betrafen. Später nutzten zunehmend auch Fachpersonen (Begleiter/innen von Jugendlichen, Lehrpersonen) die Beratungsstelle, um in Erfahrung zu bringen, was getan werden kann und um darüber auszutauschen, was ihre nächsten Schritte sein könnten. Bis auf eine Beratung wurden alle in deutscher Sprache geführt.

Tramaushang Fairness Beratungsstelle
Mehr Informationen zur Beratungsstelle «Fairness» für Jugendliche fremder Herkunft und ihre Familien bei der Diskriminierung in der Schulselektion oder bei der Lehrstellensuche ist in verschiedenen Sprachen verfügbar:


Fairness-Schulen

Der Schulerfolg von Migrant/innen variiert stark zwischen den Schulgemeinden, wie eine Analyse der Zürcher Bildungsstatistik durch die Kantonale Bildungsdirektion zeigt.

Das Projekt «Fairness» von NCBI bietet Beratung und Begleitung für Schulgemeinden an, die den Erfolg dieser Jugendlichen in ihrer Gemeinde betrachten, analysieren und evtl. verbessern möchten. NCBI möchte die Gründe für den Erfolg in gewissen Gemeinden heraus arbeiten («best practices») und allen interessierten Gemeinden helfen, den Erfolg zu steigern. Dazu gehören Module für die Primar- und Oberstufe.

Schulen, die sich dafür interessieren, zusammen mit dem Fairness-Team von NCBI gegen die Diskriminierung von Jugendlichen fremder Herkunft bei der Schulselektion und in der Lehrstellensuche aktiv zu werden, können sich mit dem folgendem Formular bei uns melden.

zum Formular für Schulen aus der Region Zürich (117 kB)
zum Formular für Schulen aus der Region Bern (117 kB)
zum Kontaktformular (für Schulen aus anderen Regionen)

Wir arbeiten seit 2004 mit verschiedenen Schulgemeinden zusammen, die mit uns eine Vereinbarung unterzeichnet haben. Bevor es zu dieser Vereinbarung kam, haben wir von den Schüler/innen, den Lehrpersonen und den Eltern Fragebogen ausfüllen lassen, um Angaben zu bekommen, was im Hinblick auf die Selektionsentscheide (in der Primarschule) resp. die Lehrstellensuche (an der Oberstufe) gut läuft und was noch verbessert werden könnte. Aus diesen Aussagen haben wir jeweils verschiedene Massnahmen herausgearbeitet und der Schule empfohlen.

Artikel zu diesem Angebot


Vitamin M

Ein Teilprojekt, welches wir Schulen empfehlen, die eine «Fairness-Schule» werden wollen, ist das Coaching-Projekt «Vitamin M» für lehrstellensuchende Schüler und Schülerinnen eines Oberstufenschulhauses der jeweiligen Gemeinde. Es führt junge Menschen (hauptsächlich fremdländischer Herkunft), die zu Hause wenig Unterstützung bei der Lehrstellensuche erhalten, mit Berufsleuten aus dem Wohnort der Jugendlichen zusammen. Diese unterstützen die Jugendlichen während ca. acht Monaten bei der Berufswahl und bei der Lehrstellensuche. Es ist erwiesen, dass es für Jugendliche einfacher ist eine Lehrstelle zu finden, wenn ihr persönliches Umfeld viel Vitamin B (also Beziehungen) hat. Für Jugendliche, die nicht auf ein solches Beziehungsnetz zurückgreifen können, suchen wir ein/e Mentor/in – damit es mit Vitamin M etwas einfacher geht.

Wir sind für dieses Projekt in der Region Zürich fortlaufend auf der Suche nach Frauen und Männern, die sich eine Begleitung von einem Jugendlichen auf Lehrstellensuche vorstellen können. Gesucht werden Mentorinnen und Mentoren,

  • die bereit sind, während der Dauer von längstens acht Monaten eine Jugendliche oder einen Jugendlichen bei der Lehrstellensuche zu unterstützen.
  • die sich gerne ein- bis zweimal im Monat für 1 bis 1 1/2 Stunden mit ihrer/ihrem Mentee treffen und dazwischen telefonische Unterstützung und/oder Mailsupport anbieten.
  • die über Berufserfahrung verfügen und ihr Wissen gerne weitervermitteln.
  • die Freude am Kontakt mit jungen Menschen haben und diese auf dem Weg ins Berufsleben begleiten wollen.
  • die gerne Neues lernen und sich beteiligen wollen, damit jungen Menschen die Integration in die Arbeitswelt leichter fällt.

zu einem Ausschnitt aus einem Tagebuch einer / eines Mentor/in (63 kB)

Wir wünschen uns Mentorinnen und Mentoren, die in der Nähe oder sogar am Ort einer der Projekt-Drehscheiben wohnhaft sind. An folgenden Orten wird ein solches Projekt angeboten:

Ort Kontaktperson Telefon
Bassersdorf Roger Speck
Schulsozialarbeit Mösli
043 266 31 89
Niederglatt Isabel von Beckerath
Schulsozialarbeit
044 885 17 16
Schlieren Lisa Harke
Schulsozialarbeit
043 433 88 22
Zürich-Altstetten Rahel El-Maawi
GZ Loogarten
044 437 90 34
Zürich-Enge Jürg Bernhard
Schulsozialarbeit Lavater
044 201 16 45
Zürich-Oerlikon Sibylle Mani
GZ Oerlikon
044 315 52 43
Zürich-Seebach Patrizia Gögler
GZ Seebach
044 302 30 50
Zürich-Wiedikon Sandra Schmid
GZ Heuried
044 268 60 87

Artikel / Beiträge zum Mentoring-Projekt Vitamin M


Zukunft statt Herkunft

Ron Halbright hat im Namen von NCBI Schweiz und seinem Programm Fairness an der Publikation und der Website „Zukunft statt Herkunft“ mitgearbeitet, die Lehrbetrieben wichtige Hinweise im Umgang mit fremdsprachigen Lehrstellenbewerber/innen und Lehrlingen gibt.

zur Website „Zukunft statt Herkunft“


Weiterbildung für Fachpersonen

Im Rahmen des Projektes gestaltete NCBI in Bern und Zürich während mehrerer Jahre Weiterbildungskurse für Fachpersonen, die Migrant/innen bei der Lehrstellensuche begleiten. Die Weiterbildung fand jeweils an vier bis fünf Abenden statt und umfasste die folgenden Themen: Umgang mit Diskriminierung und Enttäuschung, die Situation von jungen Frauen und Männern, Selbstpräsentation und Selbsteinschätzung als Migrant/in, Tricks und Tipps für Migrant/innen, Vorbilder, Elternarbeit, Coaching, kulturspezifische Informationen usw.

Im Moment wird dieser Kurs nicht angeboten. Melden Sie sich bei Interesse bei der für Ihre Region zuständigen Sektion.

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