iCH – Ich bin ein Teil der Schweiz

Das Projekt in Kürze

  • iCH: Das Projekt „iCH. Ich bin ein Teil der Schweiz“ (kurz: „iCH“) will durch die Auseinandersetzung mit Schweizer Identitäten und Privilegien Fremdenfeindlichkeit abbauen. Dies geschieht insbesondere in Form von lokalen Ausstellungen, die den Besucherinnen und Besuchern eine positive Identifikation mit einer vielfältigen und entwicklungsfähigen Schweiz ermöglichen. Darauf verweist auch der Projekttitel, der das Individuum („ich) mit der Schweiz („CH“) zusammenführt.
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  • iCH Jugend: Das Projekt „iCH Jugend“ richtet sich spezifisch an Gruppen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, mit denen im Rahmen von interaktiven Workshops und Projekttagen ebenfalls Ausstellungen entstehen, in denen über die Schweizer Identität(en) nachgedacht wird. Es besteht die Möglichkeit, das Projekt „iCH Jugend“unabhängig von einem oben beschriebenen Lokalprojekt in Jugendgruppen, der Jugendarbeit oder Schulklassen umzusetzen.
    zum Flyer „iCH Jugend“ (916 kB)
  • iCH auf dem Rütli: NCBI wurde von der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft SGG eingeladen, im Sommer 2015 eine kleine Ausstellung auf dem Rütli durchzuführen. Von Anfang Juni bis Mitte September 2015 werden geschätzte 100’000 Menschen – Erwachsene und Kinder, Einheimische und Zugewanderte – das Rütli besuchen. Die Ausstellung wird am 5. Juni um 13.00 Uhr mit einer Vernissage eröffnet; sie dauert bis am 20. September 2015.
    Am 1. August, im Vorfeld der Bundesfeier, findet ein offener NCBI-Workshop zum Thema „Schweizer Identitäten“ auf dem Rütli statt.
    mehr zu iCH auf dem Rütli

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Ausgangslage

In der Schweiz wird viel über die misslingende Integration und über die „Ausländer_innen“ gesprochen. Der Beitrag der Einheimischen an eine gelungene Integration sowie die Auseinandersetzung  damit, was eine Schweizer Identität überhaupt ausmacht und wie sie sich ändert in Zeiten der Globalisierung und mit der Schweiz als privilegiertem Einwanderungsland, fehlt aber fast gänzlich. Während  es Migrant_innen in vielen Ländern durch Bindestrich-Identitäten ermöglicht wird, sich als Teil der  neuen Heimat zu fühlen, ohne die alte ganz loszulassen, herrscht in der Schweiz ein Bild vor, dass  man entweder Schweizer_in ist – oder nicht. Was genau diese Schweizer Identität ausmacht, bleibt  aber vage und abstrakt. Die Einheimischen bleiben unsichtbar. Dafür stehen die Migrant_innen umso stärker im (kritischen) Rampenlicht der Öffentlichkeit. Sie sind sichtbar.

Wenn man also danach fragt, wie eine reflektierte, aufgeklärte und nichtsdestotrotz positive Schweizer Identität aussehen soll, gibt es bisher wenig überzeugende Antworten. Dazu kommt, dass die Frage, was „schweizerisch“ resp. „nicht schweizerisch“ ist und was es bedeutet, Schweizer_in zu sein resp. zu werden eine Frage ist, die in der von rechts geführten Debatte einen zentralen Platz einnimmt: Oft schwingt mit, dass Migrant_innen aus gewissen Regionen von einigen Einheimischen nie als „echte Schweizer_innen“ anerkannt werden – egal, wie integriert sie sind.

NCBI Schweiz geht in seiner Theorie davon aus, dass eine positive Identifikation mit seinen eigenen Identitäten die beste Voraussetzung dafür ist, zu den angelernten Vorurteilen eine reflektierte Distanz aufzubauen und Brücken – echte, tragfähige Beziehungen von Mensch zu Mensch – zwischen verschiedenen Gruppen aufbauen zu können.


Thesen

Mit folgenden Thesen stellt NCBI Schweiz zur Diskussion, ob die Auseinandersetzung damit, was Schweizer Identität ausmacht und welche Privilegien damit verknüpft sind, nicht auch einen zentralen Beitrag zur Integration und gegen Diskriminierung leisten würde.

  1. Identität nicht zur Ausgrenzung benutzen.
  2. Schweizer Identität ist dynamisch und mehrdimensional.
  3. Schweizer Identität ist im Kern pluralistisch und wird von allen mitgeprägt.
  4. Ein positiver Bezug zur Schweizer Identität führt zu weniger Bedrohungsängsten durch als fremd wahrgenommene Identitäten.
  5. Bindestrichidentitäten können Migrant_innen eine Möglichkeit bieten, sich mit der Schweiz zu identifizieren, ohne ihre Herkunft zu verleugnen.
  6. Kommen wir zusammen, um neue, der gegenwärtigen Situation angepasste Schweizer Identitäten zu entwickeln!

Die Ausführungen zu den einzelnen Thesen finden Sie im Thesenpapier.

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zum Thesenpapier (lange Version) (348 kB)


Ziele des Projekts

Das NCBI-Projekt zur Schweizer Identität hat folgende Ziele:

  • Auseinandersetzung mit „Verinnerlichter Unterdrückung“ und „Stolz“ als Schweizer_in fördern
  • Privilegien sowie Ursprünge für Ängste wie auch Opfergefühle reflektieren
  • „Wir-gegen-sie“-Mentalität, die heute in der Debatte rund um die Zuwanderung gang und gäbe ist, sowie Vorurteile gegenüber Zugewanderten abbauen
  • Einen positiven, konstruktiven Beitrag in den Integrationsbemühungen ermöglichen
  • Engagement der Verbündeten stärken sowie Werkzeuge für Verbündete verbreiten
  • Entstehung der Schweizer Identität auf geschichtlicher und persönlicher Ebene reflektieren (wie wurde ich als Kind, als Jugendliche_r, wie wurden wir als Gruppe zu Schweizer_innen gemacht?) Gibt es unterschiedliche Konzepte resp. Traditionen  des„Schweizer_in-Seins“?
  • Neuen Zugang für „kritisch-unstolze“ Schweizer_innen entwickeln, um „neustolze“ Schweizer_innen zu werden

Ausstellung

Geplant ist, im Rahmen des Projekts in Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen Ausstellungen zu organisieren, in denen sich sowohl die Mitglieder der Partnerorganisationen als auch die  Besucher_innen mit verschiedenen Aspekten von Schweizer Identitäten, Privilegien, nichtchauvinistischen Arten von Stolz und positiver Identifikation mit der Schweiz auseinandersetzen können. Durch die lokale Einbettung soll das Interesse breiter Bevölkerungsschichten geweckt  werden – nicht nur dasjenige der typischen Ausstellungsbesucher_innen.

Die Ausstellungen richten sich an Jugendliche und Erwachsene; mögliche Partnerorganisationen können Schulen, die Jugendarbeit, kommunale oder kantonale Integrationskommissionen, kirchliche  Gruppierungen, Integrationstreffpunkte, Vereine, etc. sein.

NCBI bietet den lokalen Partnerorganisationen:

  • einen Kick-off-Workshop (mindestens einen Halbtag), an dem sich die Mitglieder der Partnerorganisation mit den Inhalten auseinandersetzen und das lokale Vorgehen planen
  • einen Leitfaden (online und/oder schriftlich) zum lokalen Vorgehen
  • einen Grundstock an Ausstellungsmaterialien, die in die Ausstellung eingebaut und mit lokalen Beiträgen und Gegenständen ergänzt werden können
  • Vorlagen und Bausteine für die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Angebote für das Rahmenprogramm zur Ausstellung

Ein detailliertes Konzept zu den Ausstellungen wird zurzeit ausgearbeitet und wird in Kürze hier zu finden sein.


Jugendprojekt „iCH Jugend“

Angebot

  • NCBI Schweiz sucht lokale Partnerorganisationen, die am Projekt „iCH Jugend“ teilnehmen möchten.
  • Mit den Jugendlichen wird ein Einführungsworkshop zum Thema durchgeführt. Durch abwechslungsreiche Übungen setzen sich die Jugendlichen mit der Frage „Was bedeutet es, Schweizer_in zu sein?“ auseinander.
  • Im Anschluss an den Workshop erarbeiten sie eine kleine Ausstellung. Die Ausstellung ist so gestaltet, dass auch die Besuchenden sich aktiv mit dem Thema Schweizer Identitäten befassen können. Bei den Vorbereitungen dafür steht NCBI Schweiz unterstützend zur Seite.

Zielgruppen

Das Projekt „iCH Jugend“ richtet sich an Gruppen von Jugendlichen (ab Oberstufe). Dies können Jugendvereine, Institutionen der Jugendarbeit, Schulklassen oder andere Gruppen sein. Die aus dem Projekt entstehende Ausstellung kann sich an Jugendliche, Erwachsene oder ein gemischtes Publikum richten. Von den lokalen Partnerorganisationen wird die aktive Mitarbeit im Projekt erwartet.

Stimmen zum Projekt

Wer sich in der eigenen Identität unsicher, überfordert oder bedroht fühlt, sucht oft die Abgrenz und oder einen Sündenbock. Wer sich mit seinen eigenen Identitäten wohl fühlt, muss andere nicht pauschalisierend abwerten.

– Andi Geu, Geschäftsleiter NCBI Schweiz

Videos

Film zum Projekt


3 Kurzfilme zum Projekt


Ein Video zum Projekt

Medienberichte

Die Schweiz ist mehr als Schokolade in der Volksstimme vom 25.11.2016
Schüler-Ausstellung zu aktuellem Thema im Strichpunkt erschien im Dezember 2016
Im Prinzip sind wir alle gleich erschien in der Oberbaselbieter Zeitung vom 25.11.2016
„Was macht einen Schweizer aus?“ im General-Anzeiger vom 18.06.2015

Unterstützung

 

 

 

 

 

Mercator

Kontakt

Für allgemeine Informationen:

Andi Geu

Telefon 031 311 55 09 oder E-Mail andi.geu(at)ncbi.ch

 

Für Informationen zu „iCH Jugend“:

Lisa Bischofberger

Telefon 079 474 47 80 oder E-Mail lisa.bischofberger(at)ncbi.ch

Cordula Meister

Telefon 078 659 70 92 oder E-Mail cordula.meister(at)ncbi.ch