„Jugendgewalt“ konstruktiv angehen: Lösungen statt Polemik

Ausgangslage

In letzter Zeit wurde in Politik und Medien eine lebhafte Debatte über Gewaltdelikte von jugendlichen Tätern und mögliche Massnahmen zu deren Eindämmung geführt. Viele Stimmen fordern verschärfte repressive und ausländerrechtliche Massnahmen, um die Situation in den Griff zu bekommen. Von Massnahmen zur Prävention wird kaum gesprochen. Diese Debatte, die unter dem Schlagwort „Jugendgewalt“ geführt wird, schürt einerseits Ängste und Vorurteile, andrerseits haben Jugendliche und junge Erwachsene darin kaum Gelegenheit, ihre Sichtweise darzulegen. In diesem emotional und polemisch geführten Diskurs kommt die differenzierte Analyse, aus der sich taugliche Massnahmen ableiten lassen, zu kurz.

Wir fordern: Anstatt pauschalisierende Stimmungsmache und reine Repressalien braucht es systematische Gewaltprävention und gezielte Massnahmen für die kleine Minderheit der jugendlichen Gewalttäter.

zur kurzen Version des Thesenpapiers (130 kB)
zur langen Version des Thesenpapiers (155 kB)

Gemeinsam mit verschiedenen Partnerorganisationen werden bzw. wurden deshalb ab 2009 verschiedene Aktionen, Massnahmen und Projekte umgesetzt:

Jugendgewaltdebatte: Die „heutige Jugend“ mischt sich ein
Wissenschaftliche Evaluation des Programms „Peacemaker“


Jugendgewaltdebatte: Die „heutige Jugend“ mischt sich ein

In einem grossen, von Jugendlichen und jungen Erwachsenen konzipierten und geleiteten Projekt schulen wir Jugendliche und junge Erwachsene und begleiten sie dabei, in Gemeinden und Quartieren die so genannte „Jugendgewalt“ konstruktiv aufzugreifen und Jugendliche mit anderen relevanten Akteur/innen (Politik, Polizei, Jugendarbeit, Schule, Gemeinwesenarbeit, Anwohner/innen etc.) zum Dialog zusammenzubringen. Das Projekt wurde 2011 abgeschlossen. Auf Anfrage wird nach wie vor die 2. Phase der Dialogveranstaltungen angeboten.

zum Projektbeschrieb von 2009 bis 2011
zum Konzept „Dialogveranstaltungen“ (105 kB)
zur Ausschreibung „Dialogveranstaltungen“ (653 kB)
zu einem Artikel zur Einbettung einer solchen Veranstaltung (201 kB), in der Zürichsee-Zeitung vom 22. Februar 2011
zu einem TV-Beitrag zum Projekt, auf Zürich.TV vom 02. Februar 2001

Medienberichte zu Dialogveranstaltungen

DVD

Im Vorfeld dieser Dialogveranstaltungen wurde eine DVD mit Beiträgen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusammengestellt, die in einem online voting als aussagekräftig bewertet wurden. Die DVD kann bei NCBI bestellt werden

zu weiteren Infos über die DVD

Kontakt und weitere Infos

Jan Thalmann

Telefon 076 435 04 90 oder jan.thalmann(at)ncbi.ch

zur Website des Projekts


Wissenschaftliche Evaluation des Programms „Peacemaker“

Am 25. Mai 2009 legte der Bundesrat der Öffentlichkeit seinen Bericht „Jugend und Gewalt. Wirksame Prävention in den Bereichen Famlie, Schule, Sozialraum und Medien“1 vor. Unter anderem wird darin beklagt, dass es zwar eine Fülle an Präventionsprogrammen gibt, dass diese aber kaum evidenzbasiert evaluiert wurden.

zum Bericht des Bundesrates (572 kB)

NCBI bietet seit zehn Jahren an Schulen sein Programm „Peacemaker an“ an. Eine Evaluation desselben wurde im Rahmen dieses Jahresthemas eingeleitet und durchgeführt.

zur Zusammenfassung der Evaluation (315 kB)
zur Evaluation des Projekts durch die Berner Fachhochschule für Soziale Arbeit (1 MB)
zu weiteren Infos zum Programm „Peacemaker“


1 In diesem Zusammenhang wurden auch zwei Expertenstudien erstellt und publiziert:

Stimmen zum Projekt

Wenn wir konstruktive Lösungsstrategien entwickeln möchten, anstatt nur Ängste zu schüren, ist es wichtig, dass Jugendliche nicht nur das Gesprächsthema, sondern Gesprächspartner_innen sind.

– Jan Thalmann, Lehrer, Projektleiter « einmischen.ch – die heutige Jugend mischt sich ein »